Bis zu 400 Staustunden

Bauar
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Foto: Winfried Labus / FotoPool
Die Zahlen sprechen für einen Ausbau der Autobahn 42, wie ihn die IHK Mittleres Ruhrgebiet gefordert hat: Täglich rollen zwischen 75 000 und 80 000 Fahrzeuge über den Abschnitt ab dem Kreuz Herne Richtung Westen.

Herne..  Ein Ausbau der A42 auf sechs Spuren, so wie ihn die IHK Mittleres Ruhrgebiet gefordert hat? Die nüchternen Zahlen sprechen dafür.

Die A42 sei, speziell ab dem Kreuz Herne Richtung Duisburg, hoch belastet und an der Grenze ihrer Kapazität, sagte ein Sprecher von Straßen-NRW. Der Landesbetrieb plant, baut und betreibt alle Autobahnen im Bundesland.

Erhebungen aus dem Jahr 2010 hätten ergeben, dass täglich zwischen 75 000 und 80 000 Fahrzeuge über den Herner Abschnitt der A42 rollen. Generell gelte die Formel, dass vier Fahrspuren ab maximal 65 000 Fahrzeugen an ihrer Belastungsgrenze angelangt seien. Dann reichten kleinste Störungen, um Staus zu verursachen. Ähnliche Zahlen hätten bei anderen Autobahnen ebenfalls zu einem späteren Ausbau geführt.

Professor Justin Geistefeldt, Professor für „Verkehrswesen - Planung und Management“ an der Ruhr-Universität in Bochum, sieht die A42 ebenfalls als Engpass. Im vergangenen Jahr untersuchte Geistefeld im Auftrag des NRW-Verkehrsministeriums die Stausituation im Land und ermittelte für die A42 zwischen 200 und 400 Staustunden pro Jahr. „Die Forderung nach einem Ausbau ist sicher berechtigt“, so Geistefeldt im Gespräch mit der WAZ.

Allerdings gibt er zu bedenken, dass beim Autobahnbau nur der Mangel verwaltet wird, weil nicht genug Geld vorhanden ist, um alle Autobahnen so auszubauen, wie es eigentlich nötig sei. Er weist darauf hin, dass gerade die Autobahnen auf der Rheinschiene eine sehr hohe Belastung aufwiesen. Diese könnten in der Prioritätenliste noch vor der A42 im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans landen. Dazu muss man wissen, dass der Plan für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren aufgestellt wird.

Linke: Zu früh für Prognosen

Die Ratsfraktion der Linken sieht die IHK-Forderung kritisch. So sei es denkbar, dass Fördergelder zurückgezahlt werden müssen, die im Zuge der Gestaltung zur Parkautobahn geflossen seien. Darüber hinaus machten Prognosen für die A42 erst Sinn, wenn der Ausbau der A40 abgeschlossen sei, so Olaf Jung, Verkehrsexperte der Fraktion.

 
 

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