Bewegende Heldengeschichte

Ein schräger Held: Alexander Redwitz als Donald Delpe in „Superhero“, einer Koproduktion von Theater Kohlenpott Herne und Jungem Ensemble Stuttgart (JES). Foto: Nina Urban/TheaterKohlenpott
Ein schräger Held: Alexander Redwitz als Donald Delpe in „Superhero“, einer Koproduktion von Theater Kohlenpott Herne und Jungem Ensemble Stuttgart (JES). Foto: Nina Urban/TheaterKohlenpott
Nach der Premiere in Stuttgart kommt die Koproduktion „Superhero“ ins Theater Kohlenpott

Herne.. Eines Tages saß Anthony McCarten in Stuttgart im Publikum. Inkognito, denn der neuseeländische Autor hatte Angst, dass ihm nicht gefiel, was er auf der Bühne sehen würde: die Dramatisierung seines Jugendromans „Superhero“. Doch der Schriftsteller war sehr angetan von Frank Hörners Inszenierung und auch die Kritik, und so kommt das Junge Ensemble Stuttgart (JES) erfolgsverwöhnt zur Herner Premiere in den Flottmann-Hallen. Dort wird die bewegende Geschichte um den todkranken Donald Delpe zwischen 24. Und 29. November fünf Mal gespielt.

Entstanden ist „Superhero“ Anfang des Jahres als Koproduktion von JES und Theater Kohlenpott, das Frank Hörner leitet: „Nur so haben wir die Möglichkeit, ein so großes Stück zu zeigen.“ Groß heißt in diesem Fall: mit hohem technischem Aufwand produziert. Denn Donald (Alexander Redwitz) ist begnadeter Comiczeichner, und das wird durch Live-Zeichnungen von Martin Frei visualisiert. Um dazu vier Schauspieler, ein Bühnenbild und die Musik zu bezahlen, bedarf es schon eines weitaus höheren Etats, als das freie Theater im Jahr zur Verfügung hat.

„Wir wollten den Roman unbedingt dramatisieren“, sagt der Regisseur über die 2007 auch in Deutschland erschienene „fantastische Pubertätsgeschichte“, die „kein Jugendbuch“ sei, sondern ein Schatz für Menschen jeden Alters. Was erst einmal erstaunlich klingt angesichts der traurigen Perspektive des krebskranken Antihelden, der findet, dass das Leben ihm noch mindestens eine elementare Erfahrung schuldet: Sex. Mit „Miracleman“ erfindet Donald eine unverwundbare Comicfigur, mit deren Hilfe er am Ende dem Elend unerwartetes Glück abgewinnen kann. „Sehr komisch, unglaublich schräg und politisch nicht korrekt“, verspricht der Regisseur. „Das ist keine Krankengeschichte.“ Das Buch wird momentan auch verfilmt.

Der Herner Musiker und Musikproduzent Sebastian Maier hat in Stuttgart den Entstehungsprozess von „Superhero“ mit seinem mobilen Studio begleitet:„Ich war von Anfang an dabei, um mich in die Szenen einzufühlen.“ Maier arbeitet seit Jahren mit Hörnerund hat auch für Stücke wie „Räuber_spielen“ oder „Kanalhelden“ die Musik produziert.Sein Part im aktuellen Stück: das Tempo der Comics aufzunehmen und in elektronische Sounds umzusetzen.

Premiere ist am Donnerstag, 24. November, 19 Uhr. Aufführungen danach: 25. (10.30 Uhr), 26. (19 Uhr), 28. und 29. (10.30 Uhr). Kartenwünsche: info@theaterkohlenpott.de

 
 

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