Besuch der rechten Städte-Partner sorgt im Herner Rathaus für Zweifel

Fragt die Fraktionen nach ihrer Meinung zu den geplanten Feierlichkeiten mit Offiziellen aus der Partnerstadt Hénin-Beaumont im September: Hernes OB Horst Schiereck.
Fragt die Fraktionen nach ihrer Meinung zu den geplanten Feierlichkeiten mit Offiziellen aus der Partnerstadt Hénin-Beaumont im September: Hernes OB Horst Schiereck.
Foto: Rainer Raffalski
Bereits vor einiger Zeit wurde in Herne ein Festakt mit Politikern aus der französischen Partnerstadt Hènin-Beaumont geplant. Dort regiert aber inzwischen der rechtsextreme Front National. Und jetzt ist man sich im Herner Rathaus gar nicht mehr so sicher, ob die Gäste wirklich kommen sollen.

Herne. Nach der ersten Begegnung des Bürgermeisters der Partnerstadt Hénin-Beaumont, Steeve Briois vom rechtsextremen Front National, mit einer Delegation aus Herne in Frankreich, richten sich die Blicke nun nach vorn: Für September sind in Herne Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft geplant. Stellt sich die Frage: Wie halten es die Fraktionen mit diesem Termin? Wollen Spitzenvertreter des Rates dem Bürgermeister aus Frankreich, sollte er anreisen, die Hand schütteln?

Während des viertägigen Programms ist im Rathaus Herne auch eine Festveranstaltung geplant. Die Einladung für September, sagt OB Horst Schiereck auf Anfrage der WAZ, sei Teil eines Programms, das mit dem Vorgänger von Briois vereinbart worden sei. „Der Besuch ist noch nicht abgesagt worden“, so Schiereck weiter. In einem Brief an die Fraktionschefs fragt Schiereck nun nach, ob die Fraktionen mit den Planungen einverstanden sind und an der Festveranstaltung teilnehmen werden.

SPD hat Gesprächsbedarf

Die SPD-Fraktion, sagt ihr Vorsitzender Frank Dudda, habe da „noch Gesprächsbedarf“. Am Montag werde die Parteispitze über die geplanten Feierlichkeiten sprechen, am Mittwoch dann die Fraktion.

Während Begegnungen auf privater Ebene zwischen Gruppen aus Herne und Hénin-Beaumont unproblematisch seien, müsse über ein mögliches Treffen zwischen politischen Entscheidungsträgern aus Herne und Offiziellen aus Hénin-Beaumont erst noch gesprochen werden. Hierzu, so Dudda, „gibt es noch keine einheitliche Meinung“. Er persönlich, stellt er klar, verspüre „keine besondere Freude, einem Bürgermeister des Front National die Hand zu schütteln“.

CDU-Fraktionschef Markus Schlüter hätte damit keine Probleme. Er plädiert dafür, die Veranstaltung so wie geplant durchzuführen. Es sei schon beschämend genug, dass OB Schiereck am Wochenende nicht persönlich in der Partnerstadt gewesen sei: „Es wäre wichtig für Hernes Außenwirkung gewesen, wenn ein hochrangiger Vertreter der Stadt vor Ort gewesen wäre.“

 
 

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