Bärbel macht rüber, Angie drückt Hände

Redaktion
Das Wahlplakat für die CDU-Kandidatin Ingrid Fischbach in Herne ist in Zeichensprache gehalten. Im Bild: das Plakat am Donnerstag den 29. August 2013 an der Rathausstraße in Herne. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Das Wahlplakat für die CDU-Kandidatin Ingrid Fischbach in Herne ist in Zeichensprache gehalten. Im Bild: das Plakat am Donnerstag den 29. August 2013 an der Rathausstraße in Herne. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Foto: Michael Korte
Was macht eigentlich Bärbel Beuermann, die ehemalige Chefin der Linken-Fraktion im Landtag? Und was bedeuten diese kryptischen Zeichen auf Wahlplakaten? Und dann ist da noch die CDU-Kanzlerin, die einem SPD-Mann aus Herne die Hand drückte: das Politgeflüster am Samstag.

Bärbel macht rüber

Für Bärbel Beuermann beginnt nun die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes. Bärbel Beuermann? Genau! Die frühere Vorsitzende der Linke-Landtagsfraktion macht rüber und kämpft für ihre Partei als Direktkandidatin im Wahlkreis Recklinghausen II (Datteln, Haltern, Herten, Marl und Oer-Erkenschwick) um Stimmen. Im Vorfeld der Nominierung in ihrem Heimatwahlkreis Herne/Bochum II hatte die 57-Jährige kein Interesse an einer Kandidatur bekundet. Das änderte sich, als einige Monate später die Linke aus dem Kreis Recklinghausen in Ermangelung eines geeigneten Kandidaten die prominente Politikerin aus der Nachbarstadt ansprach. Bärbel Beuermann sagte zu – und wurde mit 95 Prozent der Stimmen aufgestellt. Einfach wird’s für sie allerdings nicht bei diesem Auswärtsspiel: 2009 erreichte die Linke mit 10,5 Prozent der Stimmen in Recklinghausen II das zweitbeste Erststimmenergebnis in ganz NRW. Ein ähnliches Resultat wird auch der Herner Linke-Bundestagskandidat Markus Dowe anstreben. Ein Vergleich ist hier bekanntlich nicht möglich – versäumte die Partei es doch 2009, ihren Kandidaten fristgerecht bei der Stadt zu melden.

Geheimnisvolle Zeichen

Schön ist anders. Ganz anders. Wer in Herne (und dem Rest der Republik) offenen Auges durch die Straßen geht, den packt bisweilen - wie vor jeder Wahl - die Wut: Nichtssagende Plakate vermüllen ganze Straßenzüge, platte Botschaften beleidigen die Intelligenz politisch denkender Menschen. Umso mehr sticht ein schlichtes weißes Wahlplakat ins Auge (siehe Foto), das seit einigen Tagen an mehreren Stellen in Herne und Wanne-Eickel hängt und bei einigen Bürgern für Verwirrung gesorgt hat. Wer und was hinter diesen Zeichen steckt, soll in der kommenden Woche aufgelöst werden. Ein Verdacht drängt sich natürlich auf. . .

SPD-Mann lobt CDU-Frau

Der SPD-Stadtverordnete Ulrich Syberg hat Mitte der Woche Angela Merkel (CDU) die Hand geschüttelt. Allerdings nicht in seiner Funktion als Politiker, sondern als Bundesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Der Eickeler saß bei der Eröffnung der Fahrradmesse Eurobike am Bodensee in der ersten Reihe, drei Plätze neben der Kanzlerin, später nutzte er die Gelegenheit zu einem kurzen Plausch mit der Regierungschefin. Dabei lobte Syberg ihr Engagement für die Radfahrer, dankte im Namen von 30 Millionen Radfahrern – und bat sie um ein vertiefendes Gespräch in dieser Sache. Gerne, antwortete Merkel, aber bitte erst nach der Bundestagswahl. Darauf freut sich Syberg, der sich als SPD-Ratsherr eigentlich eine Niederlage Merkels im September wünschen müsste. Dass er Genosse sei, müsse er als ADFC-Chef ausblenden, sagt er.