Bärbel Beuermann attackiert ihre Parteifreunde in Herne

Redaktion
Enttäuscht: Bärbel Beuermann (Die Linke).
Enttäuscht: Bärbel Beuermann (Die Linke).
Foto: Lars Heidrich
Die Stadtverordnete Bärbel Beuermann, ehemaliges Mitglied in der Ratsgruppe der Linken, attackiert ihre Parteifreunde: Mit einer öffentlichen Erklärung hat sie sich zu Wort gemeldet und erhebt schwere Vorwürfe gegen Mitglieder ihrer Partei.

Herne.  Die internen Auseinandersetzungen in der Linkspartei bleiben Thema: Mit einer „persönlichen Erklärung“ hat sich die aus der Linke-Ratsgruppe ausgetretene Stadtverordnete Bärbel Beuermann öffentlich zu Wort gemeldet und dabei einige schwere Vorwürfe in den Raum gestellt.

Sie habe mit großer Irritation in der WAZ gelesen, so Beuermann, dass sich eine deutliche Mehrheit in der Partei hinter die Linke-Stadtverordnete Veronika Buszewski und Ratsgruppengeschäftsführer Daniel Kleibömer gestellt habe. Hintergrund: Mit 15:4 Stimmen hat sich die Linke in einer Mitgliederversammlung dafür ausgesprochen, dass Buszewski im Rat die offizielle Vertreterin der Partei ist und Beuermann ihr Ratsmandat abgeben soll. Die frühere Vorsitzende der Linke-Landtagsfraktion weist diese Forderung zurück.

Wie „manipulativ“ mit Aussagen im Linke-Kreisvorstand umgegangen werde, so Beuermann, zeige die fehlende Information, dass von den 15 Personen rund zwei Drittel Mitglieder des Vorstands und der (erweiterten) Ratsgruppe seien: „Eben jene Personen, deren Agieren ich zunehmend kritisch hinterfragt habe.“ Sie habe ihren Austritt schriftlich begründet und deutlich gemacht, dass sie sich nicht öffentlich äußern werde, um Schaden von der Partei abzuwenden.

Dieses Prinzip gilt nun offenbar nicht mehr – stellt Beuermann doch auch Folgendes in den Raum: „Mir ist der Austritt aus der Ratsgruppe nicht leicht gefallen – aber es gibt Grenzen, die für mich erreicht sind, wenn es bei Veranstaltungen zu Handgreiflichkeiten und aggressivem Verhalten durch übermäßigen Alkoholkonsum kommt.“ Sie habe diskreditierende, „an der Mobbingschwelle grenzende Äußerungen und Handlungen“ kennen lernen dürfen, wenn sie Behauptungen und Entscheidungen hinterfragt habe. Trotzdem bleibe Linke-Politik für sie weiterhin wichtig.