Aus für Bibliotheken besiegelt

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Das Aus für die Stadtteilbibliotheken in Eickel und Sodingen scheint endgültig besiegelt. Nun scheiterte im Ausschuss für Bürgereingaben der Versuch der Bürgerinitiative „Pro Stadtteil-Büchereien“, die Schließungen auf der Zielgeraden zu verhindern.

Herne. Geht es nach der Stadt, dann gehen am 6. Juli die Lichter in den beiden Zweigstellen aus.

Knapp 9000 Unterschriften hat die Bürgerinitiative (BI) gegen den Schließungsbeschluss des Rates aus dem Jahr 2010 gesammelt, vor Beginn der Sitzung wurden sie dem Ausschuss-Vorsitzenden Gerhard Wippich (SPD) übergeben. Während der Sitzung appellierten die Mitglieder noch einmal eindringlich an die Parteien-Vertreter, das Aus abzuwenden.

Wichtig für Förderung

Ingo Jüttner etwa betonte die Wichtigkeit der Büchereien für die Integration, vor allem der Migrantenkinder. „Bildungsförderung wird unglaubwürdig, wenn wir fußläufig erreichbare Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken schließen“, stellte er fest. Georgia Crede, ebenfalls BI-Mitglied, warb für einen Kompromiss – und zwar für einen solchen, mit dem man sparen und trotzdem der „Pflicht zur Daseinsvorsorge“ nachkommen könne. So schlug sie etwa vor, die Büchereien künftig nur mit „halber Kraft“ zu führen.

Laut Stadt spart Herne durch die Aufgabe von zwei der vier Bibliotheken mindestens 300 000 Euro jährlich. Das will die Bürgerinitiative so nicht stehen lassen. Bei einem Aus würden rund 2500 Eickeler und Sodinger ihre Leseausweise abgeben, argumentieren sie, dadurch gingen Einnahmen in Höhe von 20 000 Euro verloren. Nicht zuletzt solle lieber an anderer Stelle gespart werden – etwa am Pressespiegel, den sich die Stadt jährlich 100 000 Euro kosten lasse.

Es half alles nichts: Mit breiter Mehrheit lehnte der Ausschuss die Bürgereingabe ab. Das Sparpaket, so fasste es Ausschuss-Vorsitzender Wippich zusammen, sei vor zwei Jahren mit breiter Mehrheit verabschiedet worden, deshalb könne man es jetzt nicht einfach wieder aufschnüren; dann würden auch andere Begehrlichkeiten geweckt. Allein: Dass die klamme Stadt Büchereien schließen müsse, sei „ein Armutszeugnis für die Stadt“, gab er zu. Um anzufügen, dass der Schritt absolut notwendig sei.

Pressespiegel billiger

Stadtsprecher Christian Matzko erklärt in diesem Zusammenhang gegenüber der WAZ, dass der Pressespiegel keine 100 000 Euro koste, sondern „nur einen Bruchteil“ davon, schätzungsweise 10 000 bis 15 000 Euro.

 
 

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