Anwohner kämpfen gegen Lärm

Sie kämpfen weiter gegen den Lärm auf der A 42: (v.li.) Norbert Bähr, Henny Marquardt, Mirko Schönberg, Sven Rickert und Monika Träger auf der Leibnizstraße, direkt an der Autobahn. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Sie kämpfen weiter gegen den Lärm auf der A 42: (v.li.) Norbert Bähr, Henny Marquardt, Mirko Schönberg, Sven Rickert und Monika Träger auf der Leibnizstraße, direkt an der Autobahn. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
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Die Bürgerinitiative gegen den A 42-Lärm lässt nicht locker: Sie fordern ein Tempolimit fürs Herner Teilstück. Aber: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h, wie von Arnsberg vorgeschlagen, reicht ihrer Ansicht nach nicht aus.

Herne.. Vor Lärm will Gerd Bollermann Anwohner von Autobahnen schützen. Der Regierungspräsident hat deshalb vorgeschlagen, u.a. auf dem A 42-Teilstück von Herne-Baukau bis Castrop ein Tempolimit von 120 km/h testweise einzuführen. Kritik erntete er dafür nicht nur von der Autolobby, sondern auch von Herner Anwohnern der A 42.

Die schon seit Jahren in einer Bürgerinitiative gegen Lärm kämpfenden Bürger haben einen triftigen Grund für ihre Schelte. Schwarz auf Weiß haben sie es von Bollermanns Vorgänger Helmut Diegel, dass auch dieser „Tempo 100“ auf dem Herner Teilstück für erstrebenswert hält.

Es bleibe dabei, schrieb Diegel im Juni 2010 - kurz vor seiner Abberufung - an BI-Mitglied Norbert Bähr, „dass ich nach Abschluss der Bauarbeiten für den von Ihnen vorgeschlagenen Streckenabschnitt der A 42 die Ausweisung von Tempo 100 für wünschenswert erachte.“ Er werde dieses (von der BI schon lange verfolgte) Anliegen auch gegenüber der federführenden Landesbehörde Straßen.NRW vorbringen und um Prüfung bitten, so der CDU-Mann.

Auch unter Berufung auf diese Haltung Diegels hat die BI im Januar den neuen Regierungspräsidenten Bollermann in einem Anschreiben um „Hilfe und Unterstützung bei unserem Kampf gegen den Lärm“ gebeten. Und: „Gerne laden wir Sie zu einem Ortstermin ein, bei dem Sie sich ein Bild machen können“.

Eine Antwort haben die Bürger bis heute nicht erhalten. „Das ist keine Art des Umgangs“, kritisiert Sodingens Bezirksbürgermeisterin Henny Marquardt (SPD), die die BI tatkräftig unterstützt, ihren Parteifreund Bollermann. Damit nicht genug: Vor einer Woche mussten die Anwohner aus der WAZ erfahren, dass der RP zwar für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A 42 eintritt, allerdings „nur“ auf 120. Diese 20 km/h mehr machen aus der Sicht bzw. nach dem Gehör der Betroffenen „einen großen Unterschied“, wie BI-Mitglied Mirko Schönberg sagt. Und was sagt der Regierungspräsident? Von der Bezirksregierung gab es auf WAZ-Anfrage bisher keine Stellungnahme.

Möglicherweise wird diese Tempolimit-Debatte auch von der Aktualität eingeholt. Wie berichtet, haben städtische Umweltdezernenten im Zuge der Umweltzonendiskussionen ein einheitliches Tempo-Limit auf allen Autobahnen des Ruhrgebiets gefordert. Auch Hernes Umweltdezernent Jan Terhoeven steht hinter diesem Ziel. Ein einheitliches Tempolimit diene nicht nur dem Lärmschutz, sagt er, sondern verbessere auch den Verkehrsfluss und trage dazu bei, Sprit zu sparen. Terhoeven stellt allerdings in Frage, ob es Tempo 100 sein muss: „Tempo 120 würde reichen.“

Das sehen die betroffenen Herner Bürger ganz anders und bleiben am Ball. Die Initiative erneuert ihre Einladung an Bollermann - und hofft, dass sie diesmal die „Antwort“ nicht über die Presse erhält.

 
 

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