An drei Herner Schulen gibt es mehr Anmeldungen als Plätze

108 Kinder sind für das Gymnasium Wanne angemeldet worden - aufnehmen kann die Schule aber nur 87 Fünftklässler.
108 Kinder sind für das Gymnasium Wanne angemeldet worden - aufnehmen kann die Schule aber nur 87 Fünftklässler.
Foto: WAZ FotoPool
Jedes Kind in Herne wird ab Sommer die gewünschte weiterführende Schulform besuchen können, aber nicht unbedingt seine Wunschschule.

Herne..  Jedes Kind in Herne wird im nächsten Schuljahr die Schulform seiner Wahl besuchen können - das ist die gute Nachricht, die sich aus den aktuell vorliegenden Zahlen ergibt, nachdem am Freitag die Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen endete. Die weniger gute Nachricht für die Betroffenen: Nicht jedes Kind wird auch seine Wunschschule besuchen.

Das gilt vor allem für die Erich-Fried-Gesamtschule, die auf einen satten Überhang von 74 Anmeldungen kommt. In der nächsten Woche, kündigte Klaus Hartmann an, werde sich die Stadt mit der Schulaufsicht und den Schulleitungen der Gesamtschule zusammensetzen, um zu sehen, wie umverteilt werden kann. Der Leiter der Fachbereichs Schule geht nicht davon aus, dass die Erich-Fried-Gesamtschule eine zusätzliche Klasse einrichtet, was ja auch immer noch nicht ausreichen würde, um alle Wünsche zu berücksichtigen.

Insgesamt wechseln zum nächsten Schuljahr 1249 Kinder (Vorjahr: 1282) von der vierten Klasse in die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule. Für 46 Kinder liegen bislang noch keine Angaben vor, was aber, so Klaus Hartmann, nicht ungewöhnlich sei. Auch von der Hiberniaschule habe es bislang noch keine Rückmeldung gegeben, wie viele Herner Kinder dort angemeldet worden seien, so der Leiter des Fachbereichs Schule. Die Anmeldefrist für die Hans-Tilkowski-Schule, die als einzige Hauptschule vom Sommer an noch Schüler aufnimmt, läuft noch bis zum 12. März; bislang liegen dort acht Anmeldungen vor.

Gesamtschulen

Im Gegensatz zu Nachbarstädten wie Gelsenkirchen oder Bochum, bekommt in Herne jedes Kind den von ihm und seinen Eltern gewünschten Platz an einer Gesamtschule. Insgesamt liegen für diese Schulform 355 Anmeldungen vor (Vorjahr: 351). Angesichts der zurückgehenden Schülerzahlen haben sich damit 28,4 Prozent der Schüler für diese Schulform entscheiden - etwas mehr als im vergangenen Jahr mit 27,4 Prozent. Die Anmeldungen verteilen sich jedoch recht ungleich, der Ansturm auf die Erich-Fried-Gesamtschule ist wie schon seit Jahren groß. Die Schule kann 108 Schüler maximal aufnehmen - 182 Anmeldungen liegen vor. Mit vier Parallelklassen ist die Erich-Fried aber auch die kleinste der drei Gesamtschulen. Die Gesamtschule Wanne könnte maximal sechs Klassen bilden und 174 Kinder aufnehmen; angemeldet wurden dort 122 Kinder. Im Vorjahr waren es noch 143. Auch die Mont-Cenis-Gesamtschule in Sodingen könnte sechs Eingangsklassen mit 162 Schülern bilden. Angemeldet wurden dort aber nur 51 Kinder; im Vorjahr waren es 71.

Realschulen

Gegen den Trend haben sich in Herne die Realschulen bisher sehr gut behaupten können. Jetzt gibt es erstmals einen deutlichen Rückgang bei den Anmeldungen von 409 im vergangenen Jahr auf 348 für das neue Schuljahr. Damit verringerte sich auch die Schulformquote von 31,9 Prozent (2014/15) auf 27,9 Prozent. Einen deutlichen Überhang von 32 Anmeldungen gibt es an der Realschule Strünkede. Sie kann 108 Kinder in vier Klasen aufnehmen; angemeldet wurden 140. Platz gibt es dagegen noch an der Realschule Crange, die ebenfalls in vier Klassen 108 Kinder aufnehmen kann; angemeldet wurden dort 68, im Vorjahr waren es noch 87. Und auch die Realschule an der Burg hat Kapazitäten frei. Sie könnte in drei Klassen 81 Kinder aufnehmen. Hatten sich dort im vergangenen Jahr noch fast genauso viele, nämlich 83, angemeldet, sind es diesmal nur 53.

Gymnasien

Die mit Abstand gefragteste Schulform ist das Gymnasium. 492 Schüler wollen ab Sommer eines der fünf Gymnasien besuchen, im Vorjahr waren es 484 Schüler. Damit entschieden sich 39,4 Prozent der Eltern und Kinder für die „Penne“ (Vorjahr: 37,8 Prozent).

Bei den Gymnasien gibt es eine überraschende Entwicklung: Hatte bislang das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) die Nase vorn, so übernahmen nun das Gymnasium Wanne mit 108 Anmeldungen (Vorjahr: 111 Anmeldungen) und das Pestalozzi-Gymnasium mit ebenfalls 108 Anmeldungen die Spitzenposition. Allerdings nur ganz knapp: Das OHG zählt nur eine Anmeldung weniger. Weil das Gymnasium Wanne jedoch dreizügig ist und maximal 87 Schüler aufnehmen kann, gibt es dort einen Überhang von 21 Anmeldungen. Das Pestalozzi legte dagegen eine Punktlandung hin: 108 Schüler kann es aufnehmen, 108 wurden angemeldet; im Vorjahr waren es 104 Anmeldungen. Auch das Gymnasium Eickel braucht niemanden abzuweisen: Es kann 108 Schüler aufnehmen, angemeldet wurden 96 (Vorjahr: 82); das Haranni könnte 120 Schüler aufnehmen; angemeldet wurden dort 73 (Vorjahr: 70). Und am OHG gibt es bei einer Kapazität von 120 Schülern 107 Anmeldungen (Vorjahr: 117).

EURE FAVORITEN