Am neuen WDR-Gesetz scheiden sich in Herne die Geister

Das Vierscheibenhaus, die Hauptverwaltung des WDR in Köln.
Das Vierscheibenhaus, die Hauptverwaltung des WDR in Köln.
Foto: www.blossey.eu

Herne..  Wie berichtet, hat Rot-Grün durch das Gesetz die Lokalradios durch die Begrenzung der WDR-Werbezeiten gestärkt – gegen den Widerstand der Opposition und des Senders. Über das nun geschaffene „modernste Mediengesetz Deutschlands“ freut sich Alexander Vogt, SPD-Landtagsabgeordneter aus Herne und medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Von der Novellierung profitierten sowohl die Lokalradios als auch der WDR. „Lokale Radiosender wie Radio Herne werden durch eine Reduzierung von Werbung im WDR-Hörfunkprogramm gestärkt“, sagt Vogt.

„Grundsätzlich sehr erfreulich“ findet auch Ulrich Kohlloeffel das neue Gesetz. Der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft von Radio Herne ist aber skeptisch hinsichtlich zusätzlicher Werbeeinnahmen. Man müsse erst einmal abwarten, ob die großen Firmen nach der Reduzierung beim WDR wirklich über Radio NRW zusätzliche Werbung bei den Privatradions schalteten. Unzufrieden mit dem WDR-Gesetz ist der Herner FDP-Landtagsabgeordnete Thomas Nückel, der eine „deutliche Reduzierung“ der Werbezeiten gefordert hatte. Die Regelungen seien nur Trippelschritte. „Die zaghafte rot-grüne Werbereduzierung ist nicht mehr als ein Feigenblatt. Außerdem schadet die weiterhin ungebremste Expansion gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Medien privaten Medien-, Presse- und Rundfunkanbietern. Darunter leidet die Medienvielfalt insgesamt“, so Nückel.

Ein komplett werbefreier öffentlich-rechtlicher Rundfunk würde zwar zu einer ganz sauberen Trennung führen, sagt Radio-Herne-Mann Kohlloeffel. Diese Maximalforderung sei aber wohl nicht mehr realisierbar und könnte zudem negative Auswirkungen haben – auch auf Städte wie Herne. Denn: Man dürfe nicht vergessen, dass der WDR kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel die „Tage alter Musik“ mitfinanziere. Möglicherweise würde der Sender nach einem Werbe-Aus zuerst hier den Rotstift ansetzen.

 
 

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