Alter Wartesaal im Herner Bahnhof wird jetzt umgebaut

Die Elektroinstallateure Jürgen Seifert (l.) und Nikolaj Buller aus Recklinghausen ziehen im alten Wartesaal Elektrokabel.
Die Elektroinstallateure Jürgen Seifert (l.) und Nikolaj Buller aus Recklinghausen ziehen im alten Wartesaal Elektrokabel.
Foto: Ralph Bodemer
  • Ungenutzte Halle im Herner Bahnhof wird im Rahmen des Stadtumbaus Herne-Mitte renoviert
  • Abgeblätterter Charme der Wände und der Decke soll erhalten bleiben
  • Ab Frühjahr 2017 will der Verein Pottporus im Bahnhof Street Art ausstellen

Herne.  Die unscheinbare Doppeltür neben der McDonalds-Filiale öffnete sich bisher nur für ein paar Tage im Jahr. Im Herbst, wenn der Verein Pottporus sein Street-Art-Festival veranstaltete, kam Leben in den Alten Wartesaal im Bahnhof Herne, danach wurde es wieder still. Doch seit Wochen tut sich etwas hinter der Tür. Der Boden ist gegossen, Lüftung, Wasser und Strom werden gerade installiert. Der Alte Wartesaal der deutschen Bahn wird zu einem Ausstellungsraum für Kunst und Kultur umgebaut und soll dabei den Charme des Unperfekten behalten.

Mittel stammen aus dem Programm für den Stadtumbau Herne-Mitte

Möglich macht es das Stadtumbauprogramm Herne-Mitte. Von den veranschlagten 220 000 Euro bekommt die Stadt 80 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung erstattet, bleiben 45 000 Euro an eigenen Kosten.

Ursprünglich sollte der Umbau schon bis Ende Oktober beendet sein. Doch es kam zu Verzögerungen, weil plötzlich während des Umbaus die Frage des Brandschutzes aufgeworfen worden sei, erklärt Klaus-Dieter Gülck als Leiter des städtischen Kulturbüros. „Wir sollten eine mobile Brandschutzanlage installieren oder dafür sorgen, dass abends keine ,Brandlasten’ hinterlassen werden“. Man habe sich für die zweite Variante entschieden und sorge nun jeden Abend dafür, dass nichts Brennbares liegen bleibe.

Ende des ersten Quartals 2017 soll die Ausstellungshalle eröffnet werden

Gülck rechnet mit einer offiziellen Eröffnung zum Ende des ersten Quartals 2017. In Übereinkunft mit Pottporus werde die erste Ausstellung das Thema Street Art und Graffiti aufgreifen - ein Schwerpunkt, der künftig eine große Rolle spielen soll. Pottporus will sich um drei bis vier Ausstellungen im Jahr bemühen. Der Verein verfügt über gute Kontakte in die Street-Art-Szene. Pottporus habe ein Konzept entwickelt, das auch einen Ankauf von Arbeiten vorsehe, so Gülck. Die Finanzierung müsse aber noch geklärt werden.

Ein zweiter Nutznießer des neuen Raumes soll der Herner Künstlerbund (HKB) sein, der bekanntlich keine eigenen Räume hat. Auch der HKB könnte zwei Ausstellungen im Jahr dort zeigen, so Gülck. Noch geklärt werden soll die Frage der Aufsicht. Das Kulturbüro will sich um eine geförderte Stelle bemühen. Ob zusätzlich zu der permanenten Nutzung als Ausstellungshalle für den Wartesaal Lesungen, Konzerte oder andere Veranstaltungen in Frage kommen, steht noch nicht fest.

Struktur und Substanz der Alten Wartehalle sollen erhalten werden

„Vom Grundsatz sollen Struktur und Substanz im Wesentlichen erhalten werden“, sagt Klaus-Dieter Gülck zur angestrebten Anmutung der Alten Wartehalle. So sollen Teile des alten Fußbodens wieder herausgearbeitet werden, und die unverputzten Wände seien nur gesichert worden, erklärt Bärbel König-Bargel vom Kulturbüro, die mit der Bauleitung im ständigen Kontakt steht. Die Holzdecke bleibe unberührt, sie stehe unter Denkmalschutz. Lüftungs- und Heizungsrohre würden nicht versteckt: „Man soll sehen, was alt ist und was neu.“

 
 

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