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Open-Air

Alles draußen, alles umsonst

04.09.2011 | 15:58 Uhr
Alles draußen, alles umsonst
Litt schon fast ein bisschen unter dem guten Wetter: Das KAZ Open-Air. Foto: Ute Gabriel

Herne.   Sieben Bands waren am Samstag beim KAZ Open-Air im Skatepark Hibernia mit von der Partie.

„8000 Mark“ kostet so ziemlich alles im knallbunten Elektro-Popsong von Super­shirt, den Headlinern beim KAZ Open Air am Samstag. Ganze null Mark (oder, aktuell: null Euro) kostet dagegen traditionell der Eintritt auf das Festivalgelände, ganz nach dem Motto „Umsonst & Draußen“. Einen blauen Himmel und Temperaturen, die die Behauptung, der Sommer würde sich dieses Jahr außerhalb Deutschlands aufhalten, Lügen straften, gab es gratis dazu.

Samstag, 14 Uhr: Auf der KAZ-Bühne im Skatepark Hibernia macht die Herner Band „Stonebraze“ mit „experimentellem Rock“ (Gitarrist Marvin Losch) den Anfang. Der Platz vor der Bühne ist mit Besuchern schon gut besetzt, die Grüne Jugend Herne verteilt Kondome. Das KAZ Open Air vertritt jedes Jahr aufs Neue den Anspruch, der linksalternativen Szene in Herne einen Tag mit guter Musik zu bieten, eine politische Attitüde und vegetarisches Essen inbegriffen. Davon zeugt auch die Auswahl der Bands: „Feine Sahne Fischfilet“ aus Rostock treten laut ihrer Homepage „Für linke Freiräume“ ein, ihr Ska-Punk ist vieles, unpolitisch aber sicher nicht.

Ein bisschen Spaß muss natürlich auch sein und so sorgen „Benzin“ für oft sehr wahren, manchmal auch melancholischen gute-Laune-Rock. Das gefällt besonders den Anhängern der Grünen Gießkanne, die bereits bei „Bochum Total“ in Erscheinung trat. Man nehme dafür eine grüne Gießkanne und viele tanzwütige junge Menschen, die erstere ekstatisch in der ersten Reihe hin- und herschwenken. Die Benzin-Jungs erinnern sich sofort an ihren treuen Fan: „Ihr seid uns im Gedächtnis geblieben!“ Den Konzert-Besuchern hingegen dürfte der hingebungsvolle Luft-Gitarrist im Gedächtnis geblieben sein, von „Benzin“ liebevoll als „Muskelmann“ bezeichnet, der den spontan initiierten Luftgitarren-Wettbewerb gewinnt.

Der Großteil der Festival-Besucher – durchschnittlich sehr jung, aber auch eine ältere Frau mit Rollator und einige Familien sind dabei – räkelt sich am späten Nachmittag auf der Wiese. Das findet Stephan Rathmann, zweiter Vorsitzender des KAZ e.V., ein bisschen schade: „Vor der Bühne war zeitweise sehr wenig los. Sehr gute Bands haben so vor teilweise sehr wenig Leuten gespielt.“

Insgesamt, so Rathmann, seien weniger Besucher da gewesen als im letzten Jahr: „Einige sind nicht gekommen, weil sie in Dortmund bei der Anti-Nazi-Demo waren. Und das fast schon zu gute Wetter hat vielleicht auch viele davon abgehalten, zu kommen.“ Ein wenig Enttäuschung ist dann auch herauszuhören: „Wir fahren ganz gut mit unserem Konzept und werden auch daran festhalten, selbst wenn Herne das nicht so annimmt, wie wir uns das wünschen würden.“ Apropos Wunsch – die KAZ Damen und Herren hätten da einen. Stephan Rathmann: „Wir würden dieses Open Air jederzeit eintauschen gegen eigene Räumlichkeiten. Wir haben uns vor fünf Jahren gegründet und es ist sehr schade, dass wir sowas wie ein KAZ-Zentrum immer noch nicht haben.“

Julia Korbik

Kommentare
05.09.2011
09:16
Alles draußen, alles umsonst
von knutmithut | #3

Im Innenstadtbereich fällt mir jetzt auch nichts ein. Das alte Nanu, aber das ist ja riesig!

Ansonsten eine Top-Veranstaltung für Herne! Respekt!

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2011-09-04 15:58
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