Alexander Vogt geht auf Tour

Alexander Vogt (im hellen Hemd und mit Brille) zu Gast bei den Jungen Sozialen, den JuSos in Herne. Foto: Ute Gabriel/ WAZ FotoPool
Alexander Vogt (im hellen Hemd und mit Brille) zu Gast bei den Jungen Sozialen, den JuSos in Herne. Foto: Ute Gabriel/ WAZ FotoPool
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Mit Heimspielen ist das so eine Sache: Sie vermitteln eine Sicherheit, die sich nicht selten als trügerisch erweist. Siehe Fußball-Bundesliga vom vergangenen Wochenende, an dem vier Auswärtsclubs als Sieger vom Platz gingen. Dem SPD-Landtagsabgeordneten Alexander Vogt (32) blieb dagegen am Montagabend bei den Jusos das Schicksal einer „Heimpleite“ erspart.

Auf seiner Tour durch Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften machte der Kandidat für die Nachfolge des im März ausscheidenden Parteivorsitzenden Gerd Bollmann beim SPD-Nachwuchs Station. Bei jener Organisation also, die Vogt von 1998 bis 2005 führte.

Der amtierende SPD-Vize stellte im Parteibüro in einer kurzen Einführung (siehe unten: O-Töne) klar, dass es ihm bis zur Vorstandwahl nicht um Stimmenfang gehe. Sondern: Er wolle zuhören, diskutieren, Vorschläge sammeln. Vogt gab damit den Startschuss zu einer spannenden Debatte, die sich vor allem um die Bedeutung von „Neue Medien/Internet/Kommunikation“ für die SPD und die Politik drehte.

Zwei Positionen kristallisierten sich bei den Jusos heraus: Zum einen die Forderung nach stärkerer Präsenz im Internet. Ansätze wie die Facebook-Seite der Herner SPD seien zwar positiv, so hieß es. Aber: Die Möglichkeiten des Netzes würden, anders als bei den Piraten, zu wenig genutzt.

„Wir sollten das Internet nicht zu stark in den Fokus rücken“, sagte dagegen Vorstandsmitglied Bettina Brüser. Und Jungsozialist Henrik Bollmann warnte seine Genossen davor, die Piratenpartei überzubewerten. Die SPD dürfe sich hier nicht in die Defensive drängen lassen: „Wir erleben in Berlin ein Stück weit das Scheitern der Piraten.“ Schon im November, so kündigte Theres Boneberger für den Juso-Vorstand an, wolle man das Thema Internet öffentlich aufgreifen: in einer Veranstaltung über Facebook.

Vor dem Abend bei den Jusos hatte Alexander Vogt bereits die SPD-Senioren (60 plus) besucht, weitere Parteitermine stehen nun an. Vielleicht erläutert der bisher einzige Kandidat für den Vorsitz dann auch, ob seine am Montagabend gemachte Aussage als Ermunterung zu verstehen ist: „Es ist ganz normal, wenn es für einen Posten mehrere Kandidaten gibt.“

 
 

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