Ärger über fehlenden Radweg auf der Bochumer Straße in Herne

Andreas Bartel
Einen Radweg wird es wohl auch nach dem Umbau nicht auf der Bochumer Straße geben. Im, Bild: Christian Ehrike vom ADFCHerne.Archivfoto:Thomas Schild
Einen Radweg wird es wohl auch nach dem Umbau nicht auf der Bochumer Straße geben. Im, Bild: Christian Ehrike vom ADFCHerne.Archivfoto:Thomas Schild
Foto: WAZ FotoPool
Bei der anstehenden Sanierung ist kein Schutzstreifen geplant – dafür aber vier Spuren auf einem kurzen Teilstück. Für Günter Leistner vom ADFC ist das ein Schildbürgerstreich in der „fahrradfreundlichen Stadt“ Herne.

Herne.  Die Bochumer Straße wird endlich saniert, doch nicht alle Herner sind glücklich damit. Wie berichtet verschwinden ab Ende Oktober die Schienen, die Straße selbst soll vierspurig bleiben, obwohl sie im weiteren Verlauf in beiden Richtungen zweispurig verläuft. Was die Autofahrer freuen mag, verärgert die Radfahrer, denn ein Radweg ist vorerst nicht vorgesehen. Für Günter Leistner vom ADFC ein Schildbürgerstreich: „Das ist Schilda in Herne“, ärgert er sich.

„Die Herner Radler wurden hinters Licht geführt, denn der Sicherheitsstreifen für sie liegt auf Eis“, schreibt Leistner in einem Brief an den Fraktionsvorsitzenden der SPD Herne, Frank Dudda. Ohne den Streifen könne es für Radfahrer schnell gefährlich werden.

Radweg wirst erst nachträglich geprüft

Um die Sanierung der Straße wurde im Rat lange gerungen, mehrere Vorschläge wieder verworfen. Jetzt wurde beschlossen, die Radewege-Planung zurückzustellen. Erst wenn die vierspurige Straße überarbeitet ist, will die Stadt prüfen, ob ein Radweg möglich ist. Dann wäre ein weiterer Bauabschnitt nötig, weil vielleicht Bordsteine abgesenkt werden oder Parkplätze weichen müssten.

Warum die Bochumer Straße vier Spuren haben muss, erschließt sich Günter Leistner nicht. Auf Bochumer Seite bis kurz hinter der Stadtgrenze verläuft sie zweispurig und hat einen breiten Radweg. Lediglich zwischen den Auffahrten zur A 40 und A 43 gibt es vier Spuren, damit der Verkehr fließt. Auch das Teilstück von der Stadtgrenze bis zum Baumarkt Hornbach wird in Zukunft einspurig verlaufen, wenn Anfang 2014 der Kreisverkehr gebaut wird. Bleibt also das Stück zwischen Südstraße und West- bzw. Hölkeskampring, das vier Spuren behält – aber keinen Radweg. Leistner: „Herne mit seinem Titel ‘fahrradfreundliche Stadt’ sollte das erspart bleiben.“