ADFC fordert Radweg beim Umbau der Bochumer Straße in Herne

Andreas Bartel
„Bitte auch für Fahrräder“: Mitglieder des ADFC fordern mehr Berücksichtigung der Radfahrer und einen Radweg auf der Bochumer Straße.
„Bitte auch für Fahrräder“: Mitglieder des ADFC fordern mehr Berücksichtigung der Radfahrer und einen Radweg auf der Bochumer Straße.
Foto: WAZ FotoPool
Der ADFC Herne fordert vehement einen Radweg auf der Bochumer Straße. Dort werden zurzeit alte Gleise zurückgebaut, die vier Fahrspuren sollen aber erhalten bleiben. Erst danach will die Verwaltung prüfen, ob ein Radweg machbar ist. Die Radfahrer fürchten, dass dann längst Fakten geschaffen wurden.

Herne.  Der Protest des ADFC gegen den Umbau der Bochumer Straße reißt nicht ab. Die Mitglieder fürchten, dass es dort in Zukunft zwar vier Spuren für Autos, aber keinen Platz mehr für einen Radweg gibt. Jetzt haben sie ein Plakat am Bauschild angebracht, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Das Verkehrsaufkommen erfordere keinen vierspurigen Ausbau, argumentiert Günter Leistner, Vorsitzender des ADFC Herne. Um das zu belegen, hat er im November zusammen mit anderen ADFC-Mitgliedern sogar aufwendige Verkehrszählungen gemacht. Ergebnis: „Es kommt nicht zum verkehrsbedingten Stau.“ Außerdem sind die zu- und abgehenden Straßen sowie der Bereich an der Stadtgrenze zu Bochum ebenfalls einspurig. Auch die Zufahrten zum Kreisverkehr, der ab Frühjahr 2014 im Bereich der Südstraße (Hornbach/Lidl) entsteht, müssen einspurig sein.

Doch erst wenn der Gleisrückbau Anfang 2014 abgeschlossen ist, wird die Verwaltung prüfen, ob und in welcher Form die durchgehende Markierung einer Radspur möglich ist. Weil die Bogestra die Kosten für den Gleisrückbau trägt, könne die Radwegkonzeption erst nach Abschluss der Baumaßnahme erfolgen, erklärt die Stadt auf Anfrage.

Befürchtung, dass frühzeitig Fakten geschaffen werden

Die Prüfung verlaufe ergebnisoffen. Bis dahin werden auf der Bochumer Straße aber bereits je zwei Fahrspuren markiert sein. Günter Leistner fürchtet, dass dann also längst Fakten geschaffen wurden.

Sollte ein durchgehend markierter Radweg nicht möglich sein – auch weil die Straße nicht überall gleich breit ist – soll die Verwaltung Alternativen vorschlagen. Zum Beispiel könnten Parkplätze auf dem Randstreifen geopfert werden oder die Bürgersteige versetzt werden. Das sind aber unpopuläre bzw. teure und deshalb unwahrscheinliche Varianten.

Bochumer/Herner Straße könnte Flickenteppich bleiben

Gut möglich, dass die Bochumer/Herner Straße, die beide Innenstädte miteinander verbindet, ein Flickenteppich bleibt. Mal zwei-, mal vierspurig, mal mit und mal ohne Radweg. Obwohl die Route im NRW-Radnetzplan als wichtigste Nord-Süd-Verbindung zwischen Recklinghausen und Bochum ausgewiesen wird, fahren Leistner und seine Mitstreiter lieber Umwege. Leistner: „Es ist selbstmörderisch, die Bochumer Straße zu nutzen.“