Achtes Fahrrad-Film-Festival startet in den Herner Flottmann-Hallen

Sie stemmen das Festival: Gernot Mühge, Chris Wawrzyniak, Pierre Cournoyer und Patrick Praschma.
Sie stemmen das Festival: Gernot Mühge, Chris Wawrzyniak, Pierre Cournoyer und Patrick Praschma.
Foto: WAZ FotoPool
17 Fahrradfilme aus zehn Ländern treten am Samstag im Wettbewerbsprogramm des International Cycling Film Festivals (ICFF) in Herne gegeneinander an. Als Preis winkt die Goldene Kurbel. Los geht es bereits am Freitagabend mit „Das Mädchen Wadjda“.

Herne. „Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren“, schreibt Albert Einstein 1930 an seinen Sohn. Das 8. International Cycling Film Festival (ICFF) greift Einsteins Vergleich auf und ergänzt ihn um die Erkenntnis, dass man in der Vorwärtsbewegung durchaus ins Taumeln geraten kann.

„Das Mädchen Wadjda“ (2012), der erste Spielfilm der Regisseurin Haifaa Al Mansour aus Saudi-Arabien, eröffnet heute um 20 Uhr in den Flottmann-Hallen das Programm. Er erzählt die berührende Geschichte der zehnjährigen Wadjda, die am Stadtrand von Riad aufwächst und mit Mut und Witz ihren Traum von einem Fahrrad entgegen strenger Konventionen zu verwirklichen weiß. Anschließend diskutieren der Autor und Musiker Bülent Demirtas, der Historiker Ralf Piorr, die Filmemacherin Shari Litmann und die Autorin Narges Sefrati über den Film.

Als Veranstalter des Fahrrad-Filmfestivals kooperieren in bewährter Manier Chris Wawrzyniak, Pierre Cournoyer und Patrick Praschma vom „Roomservice“ auf Herner Seite mit Gernot Mühge und „Team Hollandse Frietjes - non-professional cycling“ aus Bochum. Die Bochumer hatten das Festival erfunden, später wurde es mit den Herner Ultrakurzfilmtagen kombiniert. Das Konzept wurde leicht abgewandelt, erzählen die Festivalmacher: „Wir zeigen zum ersten Mal einen Langfilm.“ Mit Lieblingsfilmen der Festivalmacher klingt der Freitag aus.

Im Pulk von Dortmund nach Herne

Am Samstag geht es sportlich los: Wer will, startet per Rad um 14 Uhr am Dortmunder Friedensplatz oder um 15.30 Uhr in Bochum an der Glocke am Rathaus in Richtung Flottmann-Hallen. Als „Critical Mass“ macht der Radfahrer-Pulk auf die Belange des nichtmotorisierten Verkehrs aufmerksam.

Gegen 17.30 Uhr beginnt das Sonderfilmprogramm mit „Breakin LA“ und „Wer’s klappt wird seelisch“, einer Dokumentation über den schrägen „Kalmit Klapprad Cup“ in der Pfalz. Im Wettbewerb sind dann ab 20 Uhr 17 Fahrradfilme aus zehn Ländern zu sehen. Schwerpunkt ist der fantastische Fahrradfilm, aber auch Musikfilme und Dokumentationen passen ins Programm. Zu zwei Dritteln wurden die Filme von Profis gedreht. Zwischendurch treten konditionsstarke Teilnehmer beim „Goldsprint“ gegeneinander auf dem Hometrainer an. „Das Festival ist sehr facettenreich“, verspricht Chris Wawrzyniak, „und nicht nur etwas für Fahrradverrückte.“ Im letzten Jahr wurden an die 200 Besucher gezählt.

 
 

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