300 Experten diskutierten bei der Immobilienkonferenz Ruhr

Volles Haus: Rund 300 Experten aus ganz Deutschland kamen zur zweiten Immobilienkonferenz Ruhr.
Volles Haus: Rund 300 Experten aus ganz Deutschland kamen zur zweiten Immobilienkonferenz Ruhr.
Foto: Ralph Bodemer
300 Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten bei der zweiten Auflage der Immobilienkonferenz Ruhr. Im Fokus standen die Chancen des Ruhrgebiets.

Herne..  „Das Ruhrgebiet muss aus seiner Defensivhaltung herauskommen. Statt zu fragen, wie Probleme zu lösen sind, muss gefragt werden, wie Ziele zu erreichen sind.“ Das sagte Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr (WMR), bei der 2. Immobilienkonferenz Ruhr, die gestern in den Flottmann-Hallen stattfand.

Herne mag mit Sicht auf Immobilien nicht wirklich im Fokus des Interesses stehen, doch als Diskussionforum scheint sich die Stadt einen Namen zu machen - dank der Immobilienkonferenz. Nach der Premiere im vergangenen Jahr mit rund 200 Teilnehmern konnte Organisator Dirk Leutbecher gestern 300 Gäste begrüßen. Auch aus den großen Zentren Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München. In den Flottmann-Hallen erfuhren sie - wenn sie es nicht sowieso schon wussten, welche Chancen das Ruhrgebiet auf dem Immobiliensektor hat.

Dass die Region Chancen hat, belegte Beck - der das Ruhrgebiet selbst als eine große Stadt wahrnimmt - anhand ausgewählter Zahlen. So verfüge das Revier über 13 Millionen Quadratmeter Bürofläche, der Leerstand bewege sich bei etwa fünf Prozent. Diese Werte, so Beck, liegen auf dem gleichen Niveau wie in den großen deutschen Metropolen. In der Logistik - eine der Herner Kernkompetenzen - seien in den vergangenen Jahren etwa drei Millionen Quadratmeter entwickelt worden. Darüber hinaus hätten sich große Konzerne, die sich selbst in einem harten Umbruch befinden, zum Ruhrgebiet als Standort bekannt, zum Beispiel Eon. Und die Entwicklung des Phoenix-Sees in Dortmund offenbare, dass man Projekte, die angepackt werden, auch durchziehe.

Es stelle sich also die Frage, warum von dem vielen Kapital, dass in der Immobilienbranche kursiere, so wenig im Ruhrgebiet ankomme.

Ein Lösungsansatz: Die Stärken des Ruhrgebiets müssten klar benannt werden. Man müsse genau schauen, wo individuelle Stärken vorhanden seien. Diese gebe es in Teilbereichen und sie seien vergleichbar mit den großen Städten. Beck kündigte an, im Oktober einen Marktbericht für das Ruhrgebiet vorzustellen. Die Chancen stellte auch Marco Boksteen, Aufsichtsratsvorsitzender der Ruhrwert Immobilien GmbH und Geschäftsführer der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, in den Mittelpunkt. Als Beispiel nannte er den Umbau des Emschersystems, mit dem frühere Schandflecken in begehrte Wasserlagen verwandelt würden.

Mit Blick auf Wohnungsimmobilien richtete Boksteen seinen Blick auf den demografischen Wandel, dem mit barrierearmen Umbauten begegnet werden müsse. Ob sich bisherige Prognosen in Hinsicht auf Bevölkerungsschwund und dementsprechenden Leerstand bewahrheiten, stellte er in Frage. In nur einer Woche seien 15 000 Flüchtlinge nach NRW gekommen - ungefähr so viele, wie in einem Stadtteil leben.

 

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