30 Herner Postzusteller streiken zurzeit nach Verdi-Angaben

Sie sind es wert: Streikende Briefzusteller trafen sich am Montag bei Verdi an der Brunnenstraße. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligen sich zurzeit in Herne rund 30 Mitarbeiter der Deutschen Post an dem Streik.
Sie sind es wert: Streikende Briefzusteller trafen sich am Montag bei Verdi an der Brunnenstraße. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligen sich zurzeit in Herne rund 30 Mitarbeiter der Deutschen Post an dem Streik.
Rund 30 Postzusteller beteiligten sich zurzeit in Herne am Streik, berichtet Verdi. Die Auswirkungen halten sich bisher aber offenbar in Grenzen.

Herne..  Der Poststreik geht in die vierte Woche – ein Ende ist nicht in Sicht.

Eine aktuelle Bestandsaufnahme aus Herner Sicht.

Die Kunden

Zu Beeinträchtigungen kann es in allen Stadtteilen kommen – das ist das Ergebnis, wenn man den Service auf der Homepage der Post nutzt und die Herner Postleitzahlenbezirke eingibt. Das Unternehmen bleibt aber bei seiner bisherigen Ansage: „80 Prozent aller Sendungen kommen an“, sagt Postsprecher Dieter Pietruck. Und fügt hinzu: „im Schnitt“. Im Einzelfall könne das anders aussehen. Sieht es wohl auch. So berichtete jüngst ein Sodinger Bürger, seit über eine Woche keine Briefe erhalten zu haben. WAZ-Mitarbeiter aus Wanne-Süd erklären dagegen, bisher so gut wie nichts von dem Streik bemerkt zu haben.

Die Streikenden

In Herne sei die Streikbeteiligung nicht so hoch wie in anderen Städten, sagte jüngst ein Postsprecher. Verdi kann das nicht bestätigen: Rund 30 Herner Briefzusteller seien zurzeit im Ausstand, berichtet Verdi-Sekretär Dietmar Dalibor auf Anfrage. Zur Einschätzung: Auf den Herner Straßen sind nach Angaben der Post außerhalb von Streikzeiten täglich 65 Briefzusteller im Einsatz. Man könne die Ausfälle aber recht gut auffangen, so die Post.

Die Behörden

Für das Jobcenter stellt der Streik ein Problem dar – werden doch in Ausnahmefällen auch mal Schecks an Leistungsbezieher per Post verschickt. Bisher habe es noch keine Klagen über ausbleibende Schecks gegeben, sagt Jobcenter-Chef Karl Weiß. Falls doch, werde man Lösungen finden - zum Beispiel durch Darlehen. Kaum Beeinträchtigungen meldet das Amtsgericht Wanne. Die Briefe würden über einen privaten Dienst verschickt, so Leiter Lutz Grimm. Das ist auch bei der Stadt der Fall. Nur in einigen „sensiblen Bereichen“ nehme man die Deutsche Post in Anspruch, so Stadtsprecher Michael Paternoga. Und: Der Posteingang habe bei der Verwaltung bisher trotz des Streiks den normalen Umfang.

Die Folgen

Streiks sind „höhere Gewalt“, eine Haftung bei Verspätungen schließt die Post aus. Für Privatpersonen ist wichtig: Zahlungsfristen beginnen in der Regel erst bei Rechnungseingang. Vorsicht geboten sei dagegen bei Kündigungen, warnt Veronika Zoller von der Herner Verbraucherzentrale. Sie empfiehlt, währen des Streiks Kündigungen per Fax mit Übermittlungsprotokoll zu versenden. Das sei bei der Post oder anderen Anbietern möglich.

Das Streikziel

„Die Stimmung ist schlecht“, sagen drei streikende Briefzusteller am Montag im Gespräch mit der WAZ. Ihren Namen wollen sie lieber nicht in der Zeitung lesen. Der Arbeitgeber habe den Druck erhöht und eine Drohkulisse aufgebaut, berichten sie. Verstehen könnten sie dies nicht. „Wir waren bisher gerne Postler.“ Die Post sei bisher auch immer ein gutes Unternehmen gewesen. Es gehe in der Tarifauseinandersetzung nicht um mehr Geld, sondern um die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Post-Tochterunternehmen mit schlechteren Tarifbedingungen. „Wenn der Arbeitgeber erst einmal den Fuß in der Tür hat, befürchten wir Schlimmes“, sagt eine Zustellerin

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