17. Auflage des Herner Radmarathons fällt fast ins Wasser

Sie trotzten am Samstag bei der Tour der RSG Herne dem Regen:  (v.li.) Torsten Voß, Philipp Stratmann und Ulf Berger.
Sie trotzten am Samstag bei der Tour der RSG Herne dem Regen: (v.li.) Torsten Voß, Philipp Stratmann und Ulf Berger.
Foto: Ralph Bodemer
Revierpark-Tour: Viele Radfahrer blieben am Samstag wegen des schlechten Wetters zu Hause. Für andere war Herne eine gute Vorbereitung auf Paris.

„Das Wetter hat uns einen sauberen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählte Klaus Spiekermann, Vorsitzender der Radsportgemeinschaft Herne (RSG), am Samstag im Revierpark Gysenberg. Zahlreiche Fahrer hätten am Samstagmorgen aus dem Fenster geschaut und sich dann wohl gegen die Teilnahme an der 33. Revierpark-Tour bzw. der 17. Radmarathon-Challenge entschieden. Am Start auf den von 42 bis 210 Kilometer langen Strecken waren lediglich 293 Teilnehmer. Vorbereitet hatte sich die RSG auf bis zu 1300 Teilnehmer.

27 Stundenkilometer im Schnitt

Wer trotz des Regens an den Start gegangen war, kam glücklich und vor allen Dingen zufrieden mit sich und der Leistung wieder im Revierpark an. So wie Andreas Tilles (49) aus Arnsberg, der dem RC Victoria Neheim angehört. Er fuhr am Samstag die große Runde – von Herne über Horneburg, nach Senden, dann auf die Marathonschleife bis Havixbeck und schließlich von Senden über Nordkirchen, Ascheberg über Waltrop wieder zurück nach Herne.

„Es ist gut gelaufen auf den 210 Kilometern. Ich bin im Schnitt 32 Stundenkilometer gefahren“, sagte Tilles, der in seiner mit Schlamm bespritzen Fahrradmontur richtig glücklich aussah. Die Tour mit Start- und Zielpunkt in Herne war für den Handelsvertreter einer Bank die Vorbereitung auf eine wirklich große Fahrradtour, und zwar Paris-Brest-Paris: „Das sind 1230 Kilometer am Stück“. Die schnellsten Fahrer bräuchten für die Strecke 44 Stunden. In Herne benötigte Tilles sechs Stunden und 20 Minuten für die 210 Kilometer.

Justin Hirschberg, 14-jähriger Realschüler aus Recklinghausen legte die 110-Kilometer-Strecke. „Gut sechs Stunden habe ich gebraucht und bin im Schnitt 27 Stundenkilometer gefahren.“ Justin fährt erst seit rund neun Monaten Rennrad. Er ist in keinem Verein, sondern trainiert zusammen mit seinem Vater.

Der war nach der Tour deutlich erschöpfter als sein Sohn. Ein bisschen verärgert war er auch. Sein Kommentar: „Es wäre schön, wenn die Autofahrer nicht dauernd hupen würden.“

Die Dortmunderin Katy Kister (45) ließ sich am Samstag ebenfalls nicht vom Regen abschrecken. Im Gysenbergpark entspannte sie sich von der 110-Kilometer-Tour bei Kaffee und Kuchen. Vier Stunden benötigte sie für diese Distanz.

Sie und ihre Kollegen haben in diesem Jahr noch viel vor: Den gesamten Deutschland-Cup wollen sie fahren. Auch am Bundesradsporttreffen im Ostseebad Boltenhagen vom 26. Juli bis 1. August will Katy Kister teilnehmen.

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