14-Jähriger in Herrensauna missbraucht

Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
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Herne/Bochum. Ein 51-Jähriger Vertreter aus dem Sauerland hat vor dem Landgericht Bochum gestanden, im Juli 2011 einen 14-Jährigen in der Sauna des Herner Lago sexuell missbraucht zu haben.

Erst begrabscht, dann sexuell missbraucht: Vor sechs Monaten wurde ein 14-jähriger Junge in der Bio-Herrensauna des Lago Opfer eines 51-jährigen Mannes. Seit Mittwoch beschäftigt der unfassbare Fall das Bochumer Landgericht.

Der Angeklagte ist Vertreter, war extra aus dem Sauerland nach Herne gereist. „Das Lago ist in Homosexuellen-Kreisen bekannt“, sagte er den Richtern. Auf Internetseiten soll sogar auf einen ganz bestimmten Wochentag hingewiesen werden. Auch am Nachmittag des 26. Juli war es nach Angaben des Angeklagten in der Bio-Sauna zu sexuellen Handlungen unter Männern gekommen. „Jeder, der reinkommt, wird abgecheckt“, sagte der 51-Jährige.

Dass der 14-Jährige da hineingeraten ist, war Zufall. Der Schüler war zuerst in der gemischten Sauna, dann aber zur „Abkühlung“ in die Herrensauna geschickt worden. Als er dort wieder herauskam, zitterte er wie Espenlaub. „Der Junge stand unter Schock“, sagte eine Bademeisterin im Zeugenstand. „Ihm war kalt und schlecht.“ Später sei er sogar zusammengeklappt. „Ich dachte schon, ich muss den Notarzt rufen.“

Sex-Treffen im Lago: Allein der Gedanke daran versetzt Mitarbeiter und Verantwortliche offenbar in Wut. „Wir sind doch kein Swinger-Club“, empörte sich die Bademeisterin vor Gericht. „Wenn wir was mitkriegen, fliegen die Leute raus.“ Trotzdem könne man natürlich nicht alle fünf Minuten in die Sauna gucken. Allerdings seien auch schon Hetero-Pärchen beim Sex erwischt worden. „Das kommt halt vor. Die Leute sind nackt. Aber wir wollen das nicht.“ Eine Kamera-Überwachung sei nicht erlaubt. Die gebe es nur im Kassenbereich.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zunächst bestritten. Alles sei einvernehmlich passiert, erklärte er vor der 5. Strafkammer des Landgerichts. Eigentlich habe sogar der Junge die Initiative ergriffen.

Nach rund drei Stunden legte der 51-Jährige doch noch ein umfassendes Geständnis ab. Die Anwältin des 14-Jährigen hat bereits angedeutet, dass sie zusätzlich zu einer Verurteilung auch mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld fordern wolle. Mit einem Urteil ist am Freitag zu rechnen.

 
 

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