1000 Autos warten in Herne auf ihre Besitzer

Dieser alte Fiat Punto gammelt am Rand der Berliner Straße vor sich hin. Kein Einzelfall, weiß die Verwaltung.
Dieser alte Fiat Punto gammelt am Rand der Berliner Straße vor sich hin. Kein Einzelfall, weiß die Verwaltung.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Herner Stadtverwaltung hat viel Ärger mit Schrottfahrzeugen am Straßenrand - so wie im Fall des Fiat Punto an der Berliner Straße in Wanne.

Herne.  Man weiß nicht, ob bei dieser Art von Auto nicht besser zuerst der Kammerjäger kommen sollte und anschließend der Abschleppunternehmer: Ein alter Fiat Punto gammelt jedenfalls an der Berliner Straße in der Nähe des Buschmannshofes vor sich hin: „Seit August vergangenen Jahres steht die Karre dort. Da ist zwar ein Hinweis des Ordnungsamtes dran, aber es tut sich nichts“, schimpft ein Leser am Telefon, dessen Name der Redaktion bekannt ist.

Der Punto hat schon bessere Zeiten und dessen Reifen mehr Luft gesehen. Innendrin macht sich ein Biotop aus Moos und Schimmel breit, ein Außenspiegel hängt herunter. Das Auto ist wohl schon lange nicht mehr fahrbereit. Bürger wie unser Leser ärgern sich über den „Schandfleck“. Da müsse doch endlich etwas passieren.

Wir fragten nach und bekamen eine Erklärung von der Stadtverwaltung, die deutlich macht, dass das amtliche Verfahren ein kompliziertes und langwieriges sein kann. „Auch wenn es keine Kennzeichen mehr trägt, das Fahrzeug ist noch angemeldet, und zwar im Ausland“, erklärt Stadtpressesprecher Christoph Hüsken. Somit könne man den Wagen nicht einfach abschleppen lassen.

Zugelassene Fahrzeuge dürften schließlich im öffentlichen Parkraum stehen, erläutert Hüsken weiter. Das Auto sei nicht auf einem Parkplatz abgestellt, auf dem ein Parkschein erforderlich sei.

Die Stadt habe den Besitzer bereits aufgefordert, den Wagen zu entfernen. Wenn das nicht geschehe, werde eine Ordnungsverfügung gestellt und eine Frist gesetzt. Am Ende wird in solchen Fällen der Abschleppunternehmer gerufen. Das versuche die Stadt aber möglichst zu vermeiden: Denn Abschlepp- und Abstellkosten beim Unternehmer kosten Geld.

Wird der Fahrzeugbesitzer gefunden, muss er selbstverständlich sämtliche Kosten blechen. Außerdem, darauf weist Hüsken hin, sei auch noch ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig. Rund 1000 Autos stünden in Herne jedes Jahr am Straßenrand und würden erst auf Druck der Stadt entfernt – oder eben auch nicht. Dann landen sie am Ende dort, wo sie hingehören: auf dem Schrottplatz.

 
 

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