Zahl der Güterwaggons verdoppelt

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Eine Zugzählaktion der Betuwe-Initiative ergab: 6423 Wagen rollen täglich durch Dinslaken.

Dinslaken.  In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der Güterwaggons, die durch Dinslaken rollen, mehr als verdoppelt. Das ist ein Ergebnis der Zugzählaktion, die Dinslakens Bürgerinitiative „Betuwelinie - So nicht!“ in der vergangenen Woche durchgeführt hat.

Von Mittwoch auf Donnerstag haben Mitglieder am Bahnübergang Holtener Straße jeden einzelnen Waggon erfasst. Gezählt und notiert wurden zum Beispiel Loks, die Zugart und die Waggonart, etwa Kesselwagen oder Tankcontainer. Einen Tag vor Start der Aktion hatte die DB Netz AG der Bürgerinitiative mitgeteilt, dass wegen Bauarbeiten auf der Strecke zurzeit nur etwa ein Drittel des Güterverkehrs durch Dinslaken rollt. Das konnte die BI aber nicht von der lange geplanten Aktion abbringen. „Wenn wir wissen, dass die von uns ermittelten Zahlen ein Drittel ausmachen, können wir die übrigen zwei Drittel ja hochrechnen“, erklärt BI-Vorsitzender Heinz Mülleneisen. Dabei wurde eine durchschnittliche Waggonzahl von 35 pro Güterzug zu Grunde gelegt.

Personenverkehr nahm nur leicht zu

Und die Hochrechnung führte zu folgenden Ergebnissen: Binnen 24 Stunden fahren 195 Güterzüge mit insgesamt 6423 Waggons durch die Stadt. Bei der letzten Zugzählaktion im Oktober 2009 waren es noch 74 Güterzüge und 2480 Waggons. Selbst wenn die von einem Drittel aus getätigte Hochrechnung vielleicht nicht ganz genau ist, dürfte sich die Zahl der Güterzüge und Waggons in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt haben. „Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt Heinz Mülleneisen. Die Zahl der Personenzüge hingegen stieg von 124 (2009) auf 129 nur unwesentlich.

Auch wenn die detaillierte Auswertung der Zählaktion noch auf sich warten lässt, hat Mülleneisen beobachtet, dass etwa die alten, stinkenden und lärmenden Dieselloks fast komplett ausgedient haben, die Lärmhalbierung durch die „Flüsterbremse“, mit der die Güterwagen zunehmend ausgestattet sind, selten wahrgenommen wird. Wenn sich bei der Zählaktion aber Schwer- und Gefahrguttransporte ankündigten, zogen sich die BI-Mitglieder zurück: „Es ist ein Gefühl der Ohnmacht, wenn diese Züge an einem vorbeidonnern“, berichtet Mülleneisen.

 
 

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