Wo die Fantasie zu Hause ist

Die Inhaber (vl) Christa und Gerhard Horstkamp sowie Tochter Sabrina Baki.
Die Inhaber (vl) Christa und Gerhard Horstkamp sowie Tochter Sabrina Baki.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Seit 19 Jahren ist Sabrina Baki der kreative Kopf der Rappelkiste in Lohberg. Ihr kleines Geschäft ist ein wahres Paradies für Bastelfreunde

Dinslaken..  In kunterbunten Buchstaben prangt der Name an der roten Steinfassade: Sabrina’s Rappelkiste. Noch überlegt der fremde Besucher – eine Kindertagesstätte? Mitnichten. Das gar nicht so kleine Geschäft an der Dorotheenstraße ist ein wahres El Dorado für kreative Bastelfans und solche, die es werden wollen. Denn für Letztere hält Sabrina Baki vor allem eines bereit – von ihr selbst gefertigte Bastelideen. Ob die Einladungskarte zur Goldenen Hochzeit, zum runden Geburtstag oder zur Einweihungsfeier der ersten eigenen Wohnung. An lustigen, ernsteren oder verrückten Ideen mangelt es der Geschäftsfrau nicht.

Sie ist, so erfährt man sogleich, der kreative Kopf, der hinter der Rappelkiste steht. Inhaber aber ist Vater Gerd Horstkamp, der sich um die Buchführung kümmert, Mutter Christa hält der Künstlerin den Rücken frei, wenn es um die Bestellung der Waren geht, Fragen des Personals zu klären sind und ähnliches. „Jeder macht halt das was er kann“, so Mutter Christa Horstkamp. Und die Rechnung der Drei geht auf. Ihre Kunden kommen aus Dinslaken, Bruckhausen, Hünxe, Wesel, doch der überwiegende Teil reist aus Duisburg und Oberhausen an.

Ein Streifgang durch das liebevoll eingerichtete und mit unzähligen Bastelmaterialien der verschiedensten Art ausgestattete Ladenlokal im eigenen Haus lässt erahnen, warum Kunden aus der entfernter liegenden Region den Weg nach Lohberg finden. Hunderte Bänder, noch mehr Papier und Pappe jeglicher Art, ob mit Glitzer, in Stroh- oder Holzdekor, ob handgeschöpft oder Strohseide – kein noch so ausgefallener Wunsch bleibt hier unerfüllt. Konkurrenz des Internets fürchten sie hier nicht. „Unsere Kunden wollen die Beratung“, erzählt Christa Horstkamp. „Und das Material sehen und spüren“, wirft Tochter Sabrina ein.

Oft schon sei ihnen ein Ladenlokal in einem anderen Stadtteil, gar einer anderen Stadt angeboten worden, doch die Drei bleiben ihren Wurzeln treu. „Die liegen nun einmal in Lohberg“, sagt Gerd Horstkamp bestimmt. „Wir fühlen uns rundherum wohl, Lohberg ist bunt und die Menschen, die hier leben, sind einfach toll.“ Lediglich ein paar Geschäfte und urige Kneipen fehlten im Stadtteil. Natürlich sei es auch für sie nicht einfach gewesen, ein Geschäft aus dem Nichts aufzubauen, erinnert sich Sabrina Baki. Damenschneiderei hat sie gelernt, arbeitete dann bei der Telekom, doch das wurde der kreativen Frau auf Dauer zu „langweilig“. Sie wagte den Sprung ins Ungewisse und dank der Eltern, die ihr nach zwei Jahren hilfreich unter die Arme griffen, hat sie den Weg bis heute nie bereut. Den gehen sie inzwischen immerhin seit 19 Jahren erfolgreich.

Vier Mitarbeiter helfen, das Tagespensum zu schaffen, um all den Bastelwilligen zu zeigen, wie man es vielleicht noch ein wenig besser machen könnte. Und um Kurse zu geben, um regelmäßig eigene Kreationen als Anschauungsmaterial zu schaffen, die Scrap-Bücher beispielsweise, das 3-D-Monsterhaus zu Halloween und, und, und...

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