Winterlicher Einkaufsbummel

Verkaufsoffener Sonntag nach Weihnachten in der Dinslakener Innenstadt.
Verkaufsoffener Sonntag nach Weihnachten in der Dinslakener Innenstadt.
Foto: Fabian Strauch
Viele Menschen nutzten den ersten verkaufsoffenen Sonntag nach Weihnachten zum Geschenkeumtausch, Eintausch von Gutscheinen oder auch nur zum Spazieren.

Dinslaken..  Verkaufsoffene Sonntage sind in Dinslaken nichts Neues. Seit Jahren sorgt der zusätzliche Einkaufstag an ausgewählten Wochenenden für reges Treiben in der Innenstadt. Was den Kunden mehr Flexibilität bringt, spült auch den ein oder anderen Euro mehr in die Kassen der Einzelhändler. In diesem Jahr öffneten die Geschäfte jedoch zum ersten Mal an einem Sonntag, der sich direkt an die Weihnachtsfeiertage anschließt.

Da bleibt die Frage: Was treibt die Menschen so kurz nach dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress wieder in die Läden der Innenstadt? Um 13 Uhr, als die ersten Geschäfte öffnen, ist noch recht wenig in der Neustraße los. Nur ein paar Leute flanieren zu der Zeit zwischen Neutor und Altmarkt.

Vor einem Schuhgeschäft steht Rainer Söte (54) und blickt durch das Schaufenster auf die Waren. „Ich wusste nicht, dass verkaufsoffener Sonntag ist“, berichtet der Oberhausener. Eigentlich wollte er mit seiner Frau weiter den Niederrhein hochfahren, aber aufgrund der Witterung schafften sie es nur bis nach Dinslaken. „Wir wollen nichts kaufen. Die Hauptsache ist die frische Luft – der Sonntagsspaziergang“, verrät Söte mit einem Grinsen, weil seine Frau dann doch nicht widerstehen kann und sich ins Schuhgeschäft davon schleicht.

Auch Gisela Baletin ist an diesem Sonntag mit ihrem Mann in der Neustraße unterwegs. Nach den Weihnachtsfeiertagen wollte sie einfach mal wieder raus, „bummeln, gucken, schwatzen, ein bisschen bewegen und unter Leute kommen“. Den verkaufsoffenen Sonntag begrüßt die 63-Jährige prinzipiell schon, allerdings sieht sie die zusätzliche Belastung für Verkäuferinnen und Verkäufer kritisch, da sie beruflich selbst kaufmännisch tätig war.

Geschäfte in der Neutor-Galerie haben ebenfalls geöffnet. Mike Schmittgen freut sich, dass er an diesem Sonntag in Dinslaken einkaufen gehen kann: „Da ich Dinslakener bin, ist auch etwas Lokalpatriotismus dabei.“ Dass es gerade der Sonntag nach Weihnachten sein muss, stört den 38-Jährigen nicht: „Macht der Weihnachtsmarkt in Duisburg nach Weihnachten noch Sinn?“, hinterfragt Schmittgen. „Man macht es besser heute, als wenn alle Städte verkaufsoffen sind. Das sollte man aufteilen“, konstatiert er.

Neben Neutor-Galerie und Neustraße sind auch auf der Duisburger Straße und am Altmarkt einige Geschäfte geöffnet. Davon hat Britta Rüsen (42) aber noch nichts mitbekommen. Sie war mit ihrem kleinen Sohn im Kindercafe. Dennoch hält sie es für sinnvoll, dass die Geschäfte an diesem Tag öffnen. „Mich stört das nicht – für Leute, die über Weihnachten arbeitswütig waren, macht das Sinn. Man ist halt flexibel“, erklärt sie.

Mittlerweile ist es kurz nach 14 Uhr. In der Neustraße herrscht jetzt Hochbetrieb. Es ist viel los, vielleicht sogar noch mehr als in den Tagen vor Weihnachten. Und auch wenn viele Passanten einen Weihnachtsgutschein einlösen, ein Geschenk umtauschen oder sogar noch etwas kaufen, scheinen doch alle den winterlichen Sonnenschein und die frische Luft an diesem Sonntag zu genießen.

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