Windkraft: Radtour zum Hünxer Munitionsdepot

Die Mitglieder des Fördervereins Natur- und Landschaftsschutz radelten zum alten Munitionsdepot.
Die Mitglieder des Fördervereins Natur- und Landschaftsschutz radelten zum alten Munitionsdepot.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Förderverein Natur- und Landschaftsschutz Hünxe stattete dem von ihm geforderten Alternativstandort einen Besuch ab.

Hünxe..  Eine Gruppe von etwa 16 Leuten schwingt sich zur Freude von Heinz Lindekamp am Samstagmittag auf dem Parkplatz des Golfclubs auf die Drahtesel, um mit dem Förderverein Natur- und Landschaftsschutz Hünxe Richtung Langeweg durch den Wald zu radeln. Ziel der Erkundungsradtour: das ehemalige Munitionsdepot. „Wir wollen das Gelände befahren und uns ansehen, was möglich ist“, erklärt Heinz Lindekamp, denn der Förderverein sieht in dem ehemaligen Munitionsdepot eine Alternative zum Gebiet Bruckhausener Mühlenbach, das derzeit in der Planung als Standort für den Bau von Windrädern vorgesehen ist – und mitten im Naturschutzgebiet liegt.

Warum das ehemalige Munitionsdepot bisher nicht als Alternative berücksichtigt worden sei, ist für Lindekamp genauso unverständlich wie für die Teilnehmer der Radtour. Viele von ihnen wären als Anwohner der Wilhelmstraße direkt von den Windrädern im Bruckhausener Mühlenbach betroffen. Einer von ihnen ist Günter Beinlich, er wäre 800 Meter von den Windrädern entfernt. Auch er dachte sofort an das ehemalige Munitionsdepot als Alternative und fragt sich: „Warum bauen die nicht hier?“ Eine Frage, die sich viele bei der Radtour stellten.

Das einstige Munitionsdepot habe einige Vorteile gegenüber dem Bruckhausener Mühlenbach, wie Lindekamp darlegt. Derweil die Fläche dort viel kleiner und durch das Naturschutzgebiet geteilt sei, sei das Gelände des alten Munitionsdepots zusammenhängend, größer – und vor allem bereits erschlossen. „Die gesamte Infrastruktur ist vorhanden“, erklärt Lindekamp, von Straßen über Kanalisation, Wasseranschlüssen, Hydranten bis hin zur Straßenbeleuchtung. Dinge, die im Bruckhausener Mühlenbach fehlten und erst noch gebaut werden müssten, zusätzlich zu den Windrädern. „Hier sind schon tausend Tonnen Beton drin“, sagt Lindekamp mit Blick auf die gepflasterten Wege und die mit Gras bewachsenen Bunker. Die Natur hat das Gelände zurück erobert. Ein weiterer Vorteil: Das ehemalige Munitionsdepot ist weiter weg vom Wohngebiet und die Uhus, die am Mühlenbach brüten, und weitere schützenswerte Arten würden nicht beeinträchtigt. Auch die Landebahn des Flugplatzes Schwarze Heide sei weit genug entfernt.

Zwar müsse bei jeder der beiden Varianten eine Landschaftsschutzfläche aufgegeben werden, räumt Lindekamp ein, es gehe aber darum, wo man damit weniger Schaden anrichte. Er stellt auch klar: Der Förderverein sei nicht gegen erneuerbare Energien, aber dagegen, dass rücksichtslos Natur- und Landschaftsschutz zerstört werde.

Das sehen auch die Teilnehmer der Radtour so und wünschen sich eine Überprüfung des Standortes für die Windräder. Reinhold Jahnke sorgt sich neben der Wertminderung der Grundstücke und Häuser um den Blick in die Natur und das Naherholungsgebiet Wilhelmstraße. Auch Marlene Chronz wehrt sich ausdrücklich gegen den Vorwurf, nur gegen die Windräder zu sein, weil sie sie vor der eigenen Haustür – 450 Meter entfernt – hätte. Wie viele der Anwesenden hat sie sich mit dem Thema befasst und sagt: „Es geht nicht um die Windräder, sondern um den Standort.“ Daher fragt sie sich, warum mit dem Gebiet am Mühlenbach ausgerechnet die kleinste Fläche ausgesucht wurde – und wenn noch nicht einmal Fußgänger oder Radfahrer ins Naturschutzgebiet dürften, warum sollte dann ein Windrad dort stehen dürfen?

 
 

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