WGV und Grüne kritisieren Verwaltung scharf

Voerde.  Die in den vergangenen Tagen und Wochen von verschiedenen Seiten mit Blick auf den Sportpark geäußerte Kritik an der Verwaltung ist gestern Abend im Planungs- und Umweltausschuss wirkungslos geblieben: Das Gremium votierte mit der Mehrheit aus CDU, SPD und FDP dafür, das Projekt trotz schlechter Umweltnoten in der Alternativenprüfung auf dem alten Babcockgelände weiterzuführen und den Flächennutzungsplan in seiner entsprechend geänderten Fassung öffentlich auszulegen. Der Rat entscheidet am 17. Dezember.

Zu Beginn der Beratung stellte die Verwaltung noch einmal ihre Sichtweise dar: Dezernent Wilfried Limke wehrte sich gegen die Kritik, dass nicht schon früher, wie nun unlängst geschehen, alternative Standorte geprüft wurden. Es sei eine Alternativenprüfung gemacht worden, stellte er mit Blick auf Aspekte wie Nähe zum Siedlungsraum, Erreichbarkeit etc. fest. Der Rahmen für die Betrachtung aus Umweltsicht sei erst später, im Zuge des Scopingtermins in „einem offenen Verfahren mit den beteiligten Behörden“ festgelegt worden. Die nun vorliegende Alternativenprüfung habe erst nach dem Scopingverfahren erfolgen können, bekräftigte Hans-Martin Seydel.

Der Leiter des Planungsamtes erläuterte, warum die Verwaltung trotz schlechter Umweltnoten dafür ist, am alten Babcockgelände festzuhalten. Die Fläche sei verfügbar und die städtebaulichen Belange seien auf lange Sicht „höher zu gewichten“, da die Folgen langfristig wirkten. Der Wald dagegen, der für das Vorhaben weichen muss, wachse auf den Ersatzflächen wieder heran, befinde sich nach 30 Jahren im gleichen Zustand wie vorher, das ökologische Potenzial sei nach einer gewissen Zeit wieder ausgeglichen. Eine Position, die Lissy Füllgraf (Grüne) kritisierte. Ein Baum brauche mindestens 80 Jahre, um die gleiche Funktion zu ersetzen. Es sei unglaublich, dass auf dieses Kleinod in Voerde verzichtet werden soll.

„Neutralität“ eingefordert

WGV-Fraktionschef Christian Garden, der zuvor in den Zuhörerreihen gesessen hatte und im Verlauf der Beratungen zum Sportpark mit seinem Kollegen Heiner Christinck den Platz tauschte – was bei einigen massiven Protest auslöste – kritisierte, dass die Politik von der Verwaltung in Richtung des Standorts alte Babcockfläche gedrängt worden sei. Von Limke forderte Garden „Neutralität“ und erinnerte an die Möglichkeit, die Altstandorte zu sanieren. „Wir haben zurecht den Verein im Rücken.“ Es sei viel Zeit verschenkt worden, auf die Stadt kämen nun hohe Kosten zu.

 
 

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