Wenig Optimismus bei den Wartenden

Dinslaken/Voerde..  Dass die Bahn auf sich warten lässt, wissen nicht nur Berufspendler und Reisende, sondern auch alle, die etwas mit dem Ausbau der Betuwe-Linie zu tun haben. Der Ausbau der Gütertrasse ist bereits seit mehr als 20 Jahren in der Diskussion, auf der niederländischen Seite lange realisiert. Und hier? Tut sich nichts. Oder fast nichts, denn immerhin wird noch geredet. Erst am Montag war der Betuwe-Ausbau Thema im Bundesverkehrsministerium, das Gespräch zwischen Bahn, Feuerwehren, Eisenbahnbundesamt und Bundesverkehrsministerium sei positiv verlaufen, hieß es aus dem Kreise der Beteiligten, man sehe Möglichkeiten zur Verbesserung der Streckensicherheit an der Betuwe-Route. Initiiert hatten das Treffen die Bundestagsabgeordneten Sabine Weiss (CDU) und Uli Krüger (SPD). Die Volksvertreter machten zunächst deutlich, dass es keinerlei Abstriche oder Veränderungen an den anerkannten Sicherheitskonzepten der Feuerwehren von Emmerich bis Oberhausen geben dürfe. Das Bundesverkehrsministerium, vertreten durch Staatssekretär Enak Ferlemann und das Eisenbahnbundesamt, vertreten durch dessen Präsidenten, Gerald Hörster, zeigten Verständnis. Es wurde vereinbart, eine genaue Prüfung, insbesondere vor dem Hintergrund der Einzigartigkeit dieser Strecke, durchzuführen. Grundlage sollen die von den Kommunen beschriebenen Alleinstellungsmerkmale sein. Gerd Auschrat, Sprecher der Feuerwehren im Arbeitskreis Streckensicherheit Betuwe, freute sich über „diese positiven Signale der Bundesbehörden“. Es bleibe aber „nach den vielen Enttäuschungen der letzten Jahre abzuwarten, ob den Worten Taten folgen.“

Unterdessen wartet man in Dinslaken und Voerde auf den nächsten Schritt im Verfahren. Nach der Offenlage der Pläne waren für den Dinslakener Streckenabschnitt 580 Einwendungen eingereicht worden, für Voerde waren fast 800 allein im Rathaus eingegangen und noch einmal mehr als 300 für Friedrichsfeld. Auch die Kommunen haben ihre teils drastische Kritik formuliert, Punkte waren etwa die Sicherheit an der Strecke, der Lärmschutz, die Gestaltung der Bahnhöfe.

Seit bis zu zweieinhalb Jahren warten die Betroffenen nun darauf, dass die Pläne und die Einwendungen bei Erörterungsterminen zuein-ander gebracht werden. Die Stadt geht „schwer davon aus“, dass zumindest der erste von zwei Voerder Terminen in diesem Jahr angesetzt wird, betonte Wilfried Limke gestern auf NRZ-Anfrage. Voerdes Planungsdezernent verweist dabei auf die zuletzt gemachte Aussage, dass mit der ersten Erörterung Richtung Sommer zu rechnen sei. „Das wird gezogen wie Gummi“, kritisiert der Sprecher der Voerder Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht!“, Heinz Markert, die Verfahrensdauer.

Die entscheidende Frage ist, inwieweit die Bahn nach den vielen Einwendungen ihre Pläne verbessern wird. Heinz Markert gibt sich da wenig optimistisch. Mit Blick auf den bisherigen Verlauf befürchtet er, dass die Einwendungen abgeschmettert werden und nach der Devise „Augen zu und durch“ verfahren wird.

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