Von Innenstadt bis Wirtschaftsförderung

Interessierte Zuhörer folgten der Diskussion
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Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Diese Standpunkte bezogen die Voerder Bürgermeisterkandidaten am NRZ-Wahlmobil in Voerde

Innenstadtentwicklung

Warum sollten Auswärtige eigentlich in Voerde einkaufen? Als „ganz klaren Vorteil“ nannte Patrick Hanraths die kostenlosen Parkplätze, worin ihm Kaspar beipflichtete. Wie Dirk Haarmann hob sie die Arbeit der Gewerbetreibenden hervor, die ihr Geschäft mit „Herzblut“ betreiben.

„Es muss gewertschätzt werden, dass sie es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen geschafft haben, sich weiter zu entwickeln“, fügte Dirk Haarmann hinzu. Einen potenziellen Investor in die Innenstadt würde er versuchen dadurch zu überzeugen, dass er auf die „fast vollständig freien Gestaltungsmöglichkeiten“ im Zentrum verweist und auf die Potenziale, die sich mit der Schaffung weiteren Wohnangebots ergeben. Simone Kaspar würde mit dem Kundenpotenzial in Voerde werben und die Unterstützung der Stadt zusichern.

Patrick Hanraths gab mit Blick auf das Einkaufsverhalten zu bedenken, dass es auch in der Verantwortung der Bürger selbst liege, wie sich eine Stadt entwickelt.

Das Idealbild der Voerder Innenstadt setzt für Haarmann voraus, dass der Marktplatz umgestaltet und das bestehende Geschäfts- und Wohngebäude neben dem Rathaus abgerissen und durch eine Immobilie ersetzt wird, die die Achsen öffnet und das Zentrum nicht länger in drei von einander losgelöste Teile spaltet. Wie Haarmann wünscht sich auch Simone Kaspar, dass die Innenstadt zum Verweilen einlädt. Darüber hinaus müsse sie eine zentrennahe Versorgung bieten, stellte sie mit Verweis auf den in den vergangenen Jahren vermehrt geschaffenen Wohnraum für Senioren fest. Patrick Hanraths bewertete den Entwurf für den Marktplatz als positiv, in dem die Lage Voerdes am Rhein in Form eines Wasserspiels dargestellt würde.

Städtische Finanzen

Was die finanzielle Ausstattung durch Bund und Land angeht, sieht Voerdes Kämmerin die Notwendigkeit eines Schulterschlusses der Kommunen. „Was man erreichen kann, sieht man an den Verhandlungen zu den Inklusionskosten.“ Nach Ansicht von Haarmann gilt es, den Druck auf Bund und Land zu erhöhen und den Verantwortlichen vorzuführen, was es praktisch bedeutet, Leistungen einstellen zu müssen. Patrick Hanraths stellt indes die Frage nach der Eigenverantwortung der Kommunen und bemerkte, dass der Bau des Sportparks in Friedrichsfeld nicht das richtige Mittel sei, „sparsam zu haushalten“.

Sollte die Stadt noch weiter massiv den Rotstift ansetzen müssen, stünde das Hallenbad für Kaspar dabei außen vor. Im Gegenteil. „Wir müssen da ein Angebot liefern.“ Kaspar wünscht sich da eine Ertüchtigung durch den Bau eines Aktivbeckens. Beim Thema Freibad gab sie sich, anders als Dirk Haarmann, verhaltener, verwies darauf, dass es sich dabei um eine freiwillige Ausgabe handele. So lange das Freibad mit den technischen Möglichkeiten laufe, sieht sie dessen Betrieb nicht gefährdet. Haarmann, der bei der Schulfrage die Entscheidung nicht nach finanziellen Gesichtspunkten getroffen wissen will, ist diese Sicht zu passiv. Der SPD-Kandidat würde mit Hilfe einer konzertierten Aktion versuchen wollen, die Kräfte zum Erhalt des Freibades zu mobilisieren.

Wirtschaftsförderung

Chefsache soll das Thema Wirtschaftsförderung bleiben. Kaspar und Haarmann betonten insbesondere, dass neben der Ansiedlung neuer Firmen auch die Förderung der ansässigen ganz wichtig sei. Um weitere Unternehmen nach Voerde zu holen, will Hanraths über die Universitäten und Start-up-Börsen suchen; aus Haarmanns Sicht ist es endlich an der Zeit, ein Marketing-Konzept zu erstellen, in dem die Stadt ihre Vorteile darstellt. „Die Firmen kommen nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

 
 

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