Voerder Alu-Hütte der Firma Trimet fährt wieder unter Volllast

Dr. Hans-Ulrich Krüger (links) mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Iffert am Werk von Trimet in Voerde.
Dr. Hans-Ulrich Krüger (links) mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Iffert am Werk von Trimet in Voerde.
Foto: Funke Foto Services
  • SPD-Abgeordneter Dr. Hans-Ulrich Krüger besuchte Trimet in Emmelsum
  • Alu-Hütte hat wieder ihre maximale Produktionskapazität erreicht
  • Firma erprobt Verfahren zur flexiblen Steuerung der Energiezufuhr

Voerde.. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren bei Dr. Hans-Ulrich Krüger Besuche in der Voerder Aluminiumhütte an der Schleusenstraße von „Sorgenfalten“ begleitet. Zu dem Treffen am Montag in Emmelsum konnte der SPD-Bundestagsabgeordnete deutlich gelassener gehen als noch vor einigen Jahren. Damals war unklar, ob die Voerder Alu-Hütte heute überhaupt noch in Betrieb sein würde. Im Mai 2012 hatte die Firma Voerdal Insolvenz angemeldet. Zwei Jahre zwischen Hoffen und Bangen sollten folgen, bis die Belegschaft Ende Mai 2014 endlich aufatmen konnte. Die lange Suche nach einem Investor war von Erfolg gekrönt: Der Essener Aluminium-Hersteller Trimet übernahm das Ruder. Wie sich die Voerder Alu-Hütte im Verbund des Unternehmens entwickelt, davon wollte sich der Parlamentarier Krüger ein Bild machen.

Eine wichtige Nachricht: Zwei Jahre nach der Übernahme hat die Voerder Aluminium-Hütte wieder ihre maximale Produktionskapazität erreicht. Es seien wieder alle Öfen in Betrieb, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Trimet Aluminium SE, Dr. Martin Iffert. Damit ist der Voerder Standort nach Angaben des Unternehmens nach mehr als fünf Jahren zum ersten Mal wieder unter Volllast. Dass die letzten Elektrolysezellen angefahren wurden, ist für den Trimet-Chef eine „tolle Teamleistung“ und ein „deutliches Signal“ für die Zukunft des Standortes. Dass dort auch in 20 Jahren noch Aluminium produziert wird, das glaubt auch Krüger, wie er am Montag betonte.

Der Abgeordnete und frühere Voerder Bürgermeister stellte Trimet als ein Familienunternehmen heraus, das den langfristigen Erfolg vor den kurzfristigen stelle, und das schaue, wie es mit den Mitarbeitern „ein vernünftiges Ergebnis“ erzielen und wie es sich international positionieren könne. Zudem verwies Krüger darauf, dass sich die Aluminium-Industrie auch als Teil der Energiewende sehe, indem sie durch Abschalten eine Versorgungssicherheit garantiere. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden laut Iffert die Elektrolyseanlagen der Trimet mehr als 30 Mal kurzzeitig vom Netz genommen, um das Stromnetz zu stabilisieren. Für den Chef des Essener Alu-Herstellers ist dies ein Beitrag der energieintensiven Grundstoffindustrie, für die eine sichere, verlässliche, wettbewerbsfähige Versorgung mit Strom von Bedeutung ist, zur Umsetzung der Energiewende.

Stromzufuhr flexibel steuern

Darüber hinaus ist Trimet dabei, in Essen ein Verfahren zu erproben, das es möglich macht, die Stromzufuhr bei der Aluminiumproduktion flexibel zu steuern. Die Alu-Hütte würde damit im Netzverbund zum Stromspeicher und als Ausgleich zwischen der schwankenden Energieerzeugung aus den Erneuerbaren Energien (Wind, Sonne) und dem bedarfsorientierten Energieverbrauch fungieren. Nicht zuletzt verwies Iffert auf die Wertigkeit, die Aluminium mit Blick auf die Klimawende hat. Trimet habe ein Interesse daran, dass klimaschädliches CO2 eingespart wird. Mit leichteren Autos, leichteren Transportmitteln. Der Werkstoff Aluminium – „unendlich häufig“ wieder verwendbar – sei ein wichtiges Element gerade auch für die Elektromobilität, weil „Leichtigkeit gleich Reichweite ist“, betonte Iffert.

Was die Entwicklung des Voerder Standortes seit der Übernahme im Mai 2014 betrifft, äußerte sich der Trimet-Chef zufrieden. Die ersten anderthalb Jahre habe man für Ersatzinvestitionen genutzt, um wieder auf das Basisniveau zu kommen, erklärte Werkleiter Rik van Dijken. Zunächst sei in die Vollproduktion investiert worden, führte Iffert aus, nun sei man an verschiedenen Stellen dabei, die Potenziale zu heben. Geplant sind Anbauten an der Elektrolyse, um die Logistik zu verbessern, auch schafft Trimet die Voraussetzungen dafür, in die Hochspannungsanlage zu investieren. Alles sei auf „Langfristigkeit“ ausgelegt, versicherte Iffert und betonte: „Wir glauben an den Werkstoff Aluminium.“

 
 

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