Voerde: SPD schließt Klage nicht aus

Während die Befürworter des Projekts die Planungen weiter verfolgen wollen, sprechen sich die Gegner dafür aus, Alternativen zu erarbeiten.

Voerde.  Die Befürworter der Sportpark-Realisierung auf dem ehemaligen Babcock-Gelände halten auch nach dem Nein der Bezirksregierung an dem hoch umstrittenen Standort fest: Die Fraktionsspitzen von SPD und CDU, Uwe Goemann und Georg Schneider, und Bernhard Benninghoff (FDP) sprechen sich dafür aus, dass die Verwaltung bei den von der Behörde monierten Punkten nachbessert.

Klage möglicher Weg

Für Goemann und Benninghoff ist auch eine juristische Auseinandersetzung ein möglicher Weg. Gegen den negativen Bescheid der Bezirksregierung kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Klage erhoben werden. Dezernent Wilfried Limke sieht die Option, wie berichtet, skeptisch, glaubt, dass eine Klage wegen der bemängelten Verfahrensfehler wenig Aussicht auf Erfolg hätte.

CDU-Fraktionsvorsitzender Schneider ist zuversichtlich, dass die Fehler, die von der Bezirksregierung angemahnt wurden, zu „heilen“ sind. Er fordert die Verwaltung auf, dies „schnellstens“ zu tun. Wie er sieht auch Goemann die Stadt im Fall des Sportpark-Projektes in ihrer Planungshoheit beschränkt. Die Verwaltung habe „nicht schlampig gearbeitet“, alles sei „vernünftig abgewogen“ worden, betont er. Dass die Bezirksregierung die Genehmigung versagt hat, dahinter wähnt Voerdes SPD-Fraktionschef politische Einflussnahme der Grünen auf Landesebene. Das Wichtigste sei nun die Frage, wie dem Sportverein angesichts der weiteren Verzögerungen kurzfristig geholfen werden könne. Goemann schweben da – im Rahmen der Möglichkeiten – Verbesserungen auf den bestehenden Anlagen vor. Auch Schneider plädiert für Reparaturen, um die erneute Verzögerung des Baustarts für die Sportvereinigung (SV) 08/29 zu überbrücken. Dem Verein „laufen die Jugendlichen weg“. Auch Benninghoff befürchtet eine „Existenzkrise“ – „wenn sie nicht schon da ist“. Aus seiner Sicht gibt es zum Babcock-Wald keine Alternative. Andere Flächen müsse die Stadt kaufen. Und dann, so fürchtet CDU-Fraktionschef Schneider, wäre „alles vorbei“.

Die Gegner der bisherigen Sportpark-Planung erneuern unterdessen ihre Forderung, den Blick auf andere Möglichkeiten zu lenken, die nicht den Babcock-Wald als Standort beinhalten. Stefan Meiners (Grüne) betont, dass seine Fraktion nicht davon ausgeht, dass ein neues Planverfahren an der Stelle erfolgreich sein wird: „Die Bezirksregierung macht sehr deutlich, dass weder die Alternativenabwägung angemessen war, noch die Stadt den Eingriff in den Wald ausreichend begründet oder kompensieren kann. Dieses Manko wird auch bei einer Neuplanung nicht verschwinden.“

„Keine Reparatur mehr möglich“

Auch Linke-Fraktionschef Joachim Kinder kann den Optimismus von Verwaltung und Befürwortern nicht teilen. Das Projekt Sportpark im Babcock-Wald ist aus seiner Sicht „gescheitert“ und „Geschichte“, die bisherige Planung lasse sich nicht in ein paar Punkten nachbessern. „Da ist keine Reparatur mehr möglich.“ Zudem sieht Kinder die Gegenfinanzierung des Sportparks durch die Vermarktung der Altstandorte aufgrund der Zeitverzögerung „im freien Fall“.

„Die Stadt hat noch Flächen“

Grünen-Fraktionssprecher Meiners appelliert an alle politischen Akteure, „an den Verhandlungstisch zurück zu kehren“. Ziel müsse es sein, gemeinsam eine Alternative zu erarbeiten, die konfliktarm realisiert werden könne. Wichtig sei es, dem Verein schnell eine Perspektive zu verschaffen, die eine zuverlässige Planung erlaube. Dabei schließt Meiners wie auch Kinder eine Sanierung der alten Sportanlage nicht aus.

Ein Ansatz, den Christian Garden, Fraktionschef der Wählergemeinschaft (WGV), für schwierig hält. Er plädiert vielmehr dafür, auch Grundstücke in den Blick zu nehmen, die bislang noch gar nicht betrachtet wurden. „Die Stadt hat noch Flächen.“ Selbst wenn die Verwaltung mit ihrer bisherigen Planung im Babcock-Wald auf der Ebene des Flächennutzungsplanes doch noch Erfolg haben sollte, sieht Garden das Projekt damit angesichts der dann vom NABU angedrohten Klage gegen den Bebauungsplan alles andere als auf dem Weg. Die Befürworter müssten sich der Realität stellen. Und: „Wir stehen in der Verpflichtung, zu einer Lösung für den Verein zu kommen“ – und die müsse Rechtssicherheit haben, müsse realisierungsfähig sein, betont WGV-Fraktionschef Garden.

 
 

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