Voerde: Hotel als mögliche Asylunterkunft

Die Stadt Voerde soll Kaufabsichten für das ehemalige Hotel haben
Die Stadt Voerde soll Kaufabsichten für das ehemalige Hotel haben
Foto: WAZ FotoPool
Stadt Voerde soll Kaufabsichten für die Liegenschaft an der B 8 haben

Voerde.  Etwa ein Jahr ist es jetzt her, dass sich Familie Saathoff aus Voerde zurückzog und in Wesel mit einem Gastronomiebetrieb auf der Grav-Insel ein neues Projekt startete. Zu einer Folgenutzung ihres alten Betriebes an der B 8 in Voerde mit Hotel und Diskothek kam es bislang nicht. Doch dies könnte sich ändern: Die Stadt soll nach NRZ-Informationen erwägen, die Liegenschaft zu kaufen und das ehemalige Hotelgebäude als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen.

Kein Kommentar vom Bürgermeister

Zur Finanzierung dieser Investition, die im hohen sechsstelligen Bereich liegen soll, hat die Stadt ein Investitionsprogramm der landeseigenen NRW-Bank im Blick, das für den Bau von Flüchtlingsunterkünften aufgelegt werden soll. Den Kommunen soll dabei ein zinsloses Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gewährt werden.

Vor drei Wochen hatte die Verwaltung im Sozialausschuss den aktuellen Stand der Dinge bei der Unterbringung von Flüchtlingen vorgestellt. Dass die Stadt beabsichtigt, dafür eine Liegenschaft zu kaufen, davon war damals nicht die Rede. Dahin gehende mögliche Pläne wollte Bürgermeister Dirk Haarmann gestern auf NRZ-Anfrage nicht kommentieren. Er erklärte lediglich, dass die Verwaltung zu den Zahlen stehe, die sie im Sozialausschuss genannt hatte und es keinen akuten Handlungsdruck gebe. Grundsätzlich stellte der Verwaltungschef fest, dass die Stadt in der Verpflichtung stehe, ihre Aufgaben so wirtschaftlich wie möglich zu erfüllen und für eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge zu sorgen.

Die Verwaltung hatte der Politik im Sozialausschuss vor drei Wochen mitgeteilt, dass von den 210 Plätzen, die als Bedarfsgröße für die Unterbringung von Flüchtlingen bis Ende 2015 angenommen werden, nach jetzigem Stand noch 20 offen sind – vorausgesetzt die von der Verwaltung prognostizierten Zahlen treffen zu. Nach NRZ-Informationen sollen in dem ehemaligen Hotelgebäude etwa 40 zusätzliche Plätze entstehen können. Die Lage des Geländes dürfte angesichts der Busanbindung und der nicht weit entfernten Lebensmittelversorgung als günstig gelten. Eine weitere Überlegung dürfte sein, dass die Stadt anders als bei der Anmietung auf dem freien Wohnungsmarkt durch den Immobilienkauf einen Vermögenswert erzielt.

 
 

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