Voerde: Babcockfläche für das Sportpark-Vorhaben fällt aus Umweltsicht durch

Für die Realisierung des Sportpark-Projekts auf dem ehemaligen Babcock-Gelände in Friedrichsfeld müssten fast neun Hektar Wald weichen.
Für die Realisierung des Sportpark-Projekts auf dem ehemaligen Babcock-Gelände in Friedrichsfeld müssten fast neun Hektar Wald weichen.
Foto: Mendel
Obwohl das Gelände mit einer weiteren Fläche in der Alternativenprüfung aus naturschutzfachlicher Betrachtung auf dem letzten Platz liegt, gibt die Stadt dieser Variante in der Gesamtbeurteilung den Vorzug.

Voerde. Das ehemalige Babcockgelände ist aus Umweltsicht einer der schlechtesten Standorte für die Realisierung des Sportparks in Friedrichsfeld. Das geht aus der Alternativenprüfung der Verwaltung hervor, die im Zuge des Scopingverfahrens unter anderem vom Kreis eingefordert worden war. Die von der Stadt bisher vorgelegte Untersuchung von Alternativen hatte die Behörde in einer Stellungnahme von Mitte Oktober 2012 als „nicht vollständig“ bewertet und argumentiert, dass diese nicht erkennen lasse, „welche der geprüften Alternativen den geringsten, welche den erheblichsten Eingriff in Natur und Landschaft darstellt“.

Neben der Babcockfläche, auf der fast neun Hektar Wald weichen müssten, werden in der aktuellen Untersuchung fünf weitere Standorte geprüft. Nur die Waldfläche südlich der Sportanlage Heidestraße schneidet aus Umweltsicht genauso schlecht ab.

Neben den vielfältigen Kriterien des Naturschutzes beinhaltete die Alternativenprüfung städtebauliche Aspekte wie Lage des Standortes und Anbindung an den Siedlungsbereich und Aspekte des Infrastrukturaufwandes (u.a. Flächenerwerb, Lärmschutzmaßnahmen, Erschließung).

Das einstige Babcockgelände weise aus Umweltsicht als „Konfliktschwerpunkte eine Betroffenheit von faktisch gesetzlich geschützten Biotopen, Biotopkatasterflächen, Waldbereichen, Konflikten mit planungsrelevanten Arten sowie schutzwürdigen Böden auf. Insgesamt ist die Inanspruchnahme dieser Flächen als erheblich zu beurteilen“, heißt es in der Untersuchung.

Was die „Inanspruchnahme von“ und die Lage in hochwertigen Bereichen sowie die „Betroffenheit der naturschutzfachlichen Kriterien“ betrifft, weist die Prüfung zwei Favoriten aus: Da ist zum einen der Bereich südlich der Von-der-Mark-Straße zwischen Frankfurter Straße und Bahnlinie. Dieser Standort sei als „konfliktarm“ zu bezeichnen. „Der überwiegend ausgeräumten Ackerlandschaft kommt eine geringe Bedeutung für Natur und Landschaft zu.“ Konflikte bestünden dort aufgrund der Inanspruchnahme gliedernder Gehölzstrukturen, des potenziellen Vorkommens planungsrelevanter Arten und der Lage im Wasserschutzgebiet Schutzzone III B. Zum anderen nennt die Prüfung den Bereich zwischen Frankfurter Straße, Bahnlinie, Spellener Straße und Poststraße „konfliktarm“.

In der Gesamtbeurteilung aller drei Aspekte kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass der Bereich südlich der Von-der-Mark-Straße und das Babcockgelände als „günstigste Standorte“ zu bewerten sind, gibt letztgenannter Fläche trotz schlechter Umweltbewertung aber den Vorzug. Sie argumentiert mit „starken Zeitverzögerungen“, die ob der „stark sanierungsbedürftigen Altanlagen“ des Sportvereins „kaum zumutbar“ seien, führt Grundstücksverhandlungen mit zirka 26 Eigentümern und den Grunderwerb von etwa 6,65 Hektar für mehr als 260 000 Euro an. Und: Es sei fraglich, ob der Erwerb der zusammenhängenden Fläche zustande käme.

 
 

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