Urlaubsziel Dinslaken

Schnitzeljagd durch Dinslaken. Mit Pause am  Neutor (Eingang zur Neustraße). Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Schnitzeljagd durch Dinslaken. Mit Pause am Neutor (Eingang zur Neustraße). Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

Dinslaken.. Nein, es ist noch nicht Karneval, auch wenn es am Samstag in der Dinslakener Innenstadt so gewirkt haben mag. Fast drei Dutzend munter Maskierte marschierten durch den Einkaufsrummel rund um die Neustraße. Da grüßten Maler mit Rolle und Farbeimer, ein paar Indianer-Squaws, flanierte die „Blue Man Group“ vorbei an den Kleiderständern der Modegeschäfte in der Fußgängerzone und traf sich mit „Fluch der Karibik“-Kapitän Jack Sparrow am Neutorplatz.

Suchspiel als
Tagesaufgabe

Die Verkleideten waren, wie gesagt, keine Narren; der Karneval beginnt auch in diesem Jahr wie gewohnt am 11.11. Wenig getarnt bewegten sich die Kostümierten als Ziel eines Suchspiels zwischen Bahnhof und Evangelischem Krankenhaus, zwischen Hans-Böckler-Straße und dem Stadtpark. Sie alle, Gruppenleiter von 240 Teenagern, die mit der Kolping-Jugend Glane seit Donnerstag an der Heidebrinkstraße ihr Zeltlager aufgeschlagen haben, trugen einzelne Stücke eines Schriftzugs bei sich.

Die Zehn- bis 16-Jährigen waren im samstäglichen Trubel der Innenstadt unterwegs in der Mission, die Maskierten aufzuspüren und die Puzzlestücke zu sammeln, um den Satz „Immer wieder Samstag…“ zu vervollständigen.

Seit fast vier Jahrzehnten fährt die Jugendgruppe aus dem Raum südlich von Osnabrück in den Sommerferien für neun Tage zum Zelten „in die Natur“, erzählt Anna Bührs (26) von der fünfköpfigen Lagerleitung. In den vergangenen Jahren häufig ins Sauerland, dieses Mal nach Dinslaken. Das Suchspiel war die Tagesaufgabe der Jugendlichen.

„Wir wollten mal in die Nähe des Ruhrgebiets“, sagt Daniel Heidecker (27), ebenfalls Lagerleiter. „Hier haben wir mehr Möglichkeiten.“ Natur hätten sie zu Hause in ihrer ländlichen Heimat auch, sagt Anna. Daniel hat sich den örtlichen Gepflogenheiten angepasst und sein Kostüm aus Vokuhila-Perücke, Schnauzbart, Sonnenbrille und ausgestopfter „Plautze“ offensichtlich aus bekannten „Ruhrpott“-Komödien entliehen.

Am Dienstag machen sich die Jugendlichen auf nach Duisburg, um Scotland Yard zu spielen. Drei Hundertschaften Detektive werden wie im bekannten Brettspiel nur mit Hilfe öffentlicher Verkehrsmittel nach Mister X fahnden. Jener wird hin und wieder per SMS seinen Aufenthaltsort verraten, aber auch gleich wieder untertauchen.

Aufpassen müssen die Detektive bei ihrem Spiel allerdings mit den Abfahrtszeiten von Bus und Bahn. Für die Zeltlager-Jugend gehen die Uhren nämlich eine Stunde vor. Mit der Ankunft in Dinslaken hat jeder seine Uhr umgestellt, „weil wir in einer anderen Zeit angekommen sind“, sagt Daniel schmunzelnd. Außerdem sei es dann schon dunkel, wenn auf dem Zeltplatz um „neun“ Uhr abends das Lagerfeuer entfacht wird.

Trotz des einsetzenden Regens ging es für die Jugendlichen am Samstagmittag vom Neutorplatz zu Fuß ins Hiesfelder Freibad. Auch zum Schwimmen, vor allem aber wegen der Duschen, sagt Anna. Denn die gibt es im Zeltlager – natürlich – nicht.

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