Umbau der Emschermündung kann beginnen

Regierungspräsidentin Anne Lütkes überreichte Dr. Jochen Stemplewski (Emschergenossenschaft) die Genehmigung für den Mündungsumbau.
Regierungspräsidentin Anne Lütkes überreichte Dr. Jochen Stemplewski (Emschergenossenschaft) die Genehmigung für den Mündungsumbau.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Die Bezirksregierung hat das Projekt für die Schaffung einer ökologisch nachhaltigen Auenlandschaft an der Stelle, wo die Emscher in den Rhein fließt, genehmigt.

Dinslaken..  Noch prägt die Kunst das Bild der Emschermündung. Alle paar Minuten zischt es und Dampf steigt aus Reiner Maria Matysiks Installation „Fluss macht Wolke“ nahe des Absturzwerkes der Emscher in den Rhein auf – auch, als Regierungspräsidentin Anne Lütkes den Planfeststellungsbeschluss für den „Umbau der Emschermündung“ an den Vorstandsvorsitzenden der Emschergenossenschft, Dr. Jochen Stemplewski, überreichte. „Das ist heute der rechtlich entscheidende Schritt“, so Anne Lütkes, „für ein hervorragendes Projekt“, dessen Planungen vor fünf Jahren begonnen haben.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Nördlich der Dinslakener Siedlung „Am Stapp“ fließt die Emscher gegenwärtig gradlinig und eingedeicht über ein Absturzbauwerk in den Rhein, was zwar eine wasserwirtschaftlich Sicherheit biete, aber keinen Raum für eine eigendynamische Entwicklung eines Flussökosystem lasse. Mit dem Umbau soll nun ein großflächiger Auenbereich geschaffen werden, in dem gewässertypische Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum finden. Die Emscher und der Rhein sollen ökologisch genauso verflechtet werden wie die beiden Natur- und Erholungsräume Rheinaue Walsum im Süden und Wohnungswald im Norden. Von einer „ökologischen Herausforderung und Verpflichtung“ spricht Anne Lüttke, von „einem Tor zum neuen Emschertal“ Dr. Jochen Stemplewski.

Baubeginn Mitte 2014

Bis zum ersten Spatentisch dürfte es aber noch ein paar Monate dauern. Erst stehen nun die Ausschreibungen und die Vergabe der Aufträge an, so dass der Umbau der heutigen Mündung Mitte 2014 beginnen dürfte. Es ist dann die dritte Verlegung der Emschermündung in der Geschichte nach 1910 und 1949. Die Flussmündung wird um 500 Meter nach Norden verlegt, die Emscher so „barrierefrei gemacht“ erklärt Dr. Jochen Stemplewski.

Über eine Million Kubikmeter Boden werden bewegt, die Erde fünf Meter tief abgegraben, zuerst neue Deiche und Hochuferverwallungen um die künftige Aue gebaut, bevor die heutigen Deiche geöffnet werden können. Die Emschergenossenschaft geht davon aus, dass die neue Auenlandschaft 75 Tage im Jahr überflutet sein wird. Durch den Umbau der Emschermündung wird auch ein Retentionsraum geschaffen, was ein wichtiger Baustein im Hochwasserschutz ist.

Anne Lütke unterstrich, dass das Land hinter dem „Mammutprojekt“ steht: „Auch wenn es kritische Blicke gibt, ist es ein nachhaltiges Projekt, das für die Menschen gut ist.“ Und nach derzeitigen Planungen in vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein soll.

 
 

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