Über 1000 Unterschriften gesammelt

Die Zahl der Kartenständer und Warenauslagen vor den Läden soll deutlich verringert werden.
Die Zahl der Kartenständer und Warenauslagen vor den Läden soll deutlich verringert werden.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Bei der Gestaltungssatzung wollen die Dinslakener Händler erreichen, dass Warenauslagen bleiben dürfen.

Dinslaken..  Bei ihrem Protest gegen die strikte Auslegung der neuen Gestaltungssatzung für die Innenstadt erhalten die Händler Rückenwind von ihren Kunden: Mehr als 1000 Unterschriften haben mehrere Einzelhändler in der Neustraße nach eigenen Angaben in den vergangen zwei Wochen gesammelt. Wie berichtet, haben Geschäftsleute die Aktion gestartet, weil sie aufgrund der Regelungen einen Großteil ihrer Warenauslagen vor den Läden abbauen sollen.

Gisela Alexander, Geschäftsführerin von Cosmeda, ist Initiatorin der Unterschriftenaktion und von der Resonanz begeistert. „Der Tenor der Kunden ist: Es soll so bleiben wie bisher.“ Die Warenpräsentation vor den Geschäften würde von den Menschen nicht als störend empfunden. „Im Gegenteil: Man genießt es, ungestört und entspannt vor den Geschäften in Ruhe bestimmte Waren aussuchen zu können“, sagt die Ladenbesitzerin.

Weil die Unterschriftenlisten so gut angenommen werden, will sie die Aktion noch auf weitere Geschäfte ausdehnen. Bisher hatten fünf bis sechs Händler Listen ausgelegt. Diese fürchten, dass die Vorgaben, deren Einhaltung vom Fachdienst Ordnung kontrolliert wird, zu Umsatzeinbußen führen. Pro Ladenlokal darf nach den Regeln der im Dezember verabschiedeten Satzung lediglich eine Warenauslage verwendet werden, die nicht mehr als die Hälfte der Ladenbreite einnimmt und nicht größer als 3 mal 1 Meter ist. Gastronomen und Cafébesitzer sind aufgefordert, „hochwertiges“ Mobiliar im Außenbereich aufzustellen, Monoblockstühle aus Kunststoff oder Sonnenschirme mit Werbung sind beispielsweise nicht erwünscht. Auch hier gab es schon Diskussionen über die Auslegung, zum Beispiel über eine Bank vor dem Café Kostbar.

Die CDU und die UBV wollen wie berichtet über mögliche Korrekturen reden und regen einen Runden Tisch zum Thema an. Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass die Zahl der Konfliktfälle bei 147 Betrieben im einstelligen Bereich liege, erwägt aber laut städtischer Pressestelle die Einrichtung einer Clearingstelle. Bürgermeister Michael Heidinger kündigte Einzelgespräche zur Klärung an.

Auf eine Reaktion der Stadt oder ein Gesprächsangebot wartet Gisela Alexander noch. „Vielleicht“, hofft sie, „treffen wir uns dann irgendwo auf der Mitte“.

Facebook-Stimmen: „Wenn alles einheitlich gestaltet wird, sieht’s langweilig aus. Früher vor 20, 30 Jahren gab es solche Diskussionen nicht, heute stört jeden schon die Fliege an der Wand“ (Britta Bruder )


„Ich muss zugeben, einige Punkte sind in der Tat änderungswürdig! Da müssen wir noch einmal ran. ‘Hinters Licht geführt’ wie es der UBV-Vorsitzende Brücker ausdrückt, fühle ich mich nicht und das halte ich auch für Unsinn. Wir, auch die UBV, haben einfach zu spät mit den Betroffenen Kontakt aufgenommen. Jetzt gilt es nachzubessern!“ (Patrick Binder, SPD-Ratsmitglied)

„Gerade das individuelle Stadtbild haucht Leben ein. Das lieben wir im Urlaub doch auch an den besuchten Städten mit ihrem bunten Treiben.“ (Reinhard Claves)


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