Trauer um mahnenden Streiter

Voerde.  Eine mahnende und kritische Stimme auch über die Grenzen Voerdes hinaus ist für immer verstummt: Der langjährige SPD-Ratsherr Klaus Friedrichs verstarb nach kurzer schwerer Krankheit in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 70 Jahren. Der gebürtige Herforder war 1975 zum ersten Mal in den Voerder Stadtrat gewählt worden. Seine thematischen Schwerpunkte hatte Klaus Friedrichs in der kommunalen Planung und im Umweltschutz. Er wolle mit den Bürgern eine Politik gestalten, „die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist“, schrieb der Sozialdemokrat in seiner Vorstellung zur Kommunalwahl 2014.

In Erinnerung wird der Spellener vor allem auch als Interessenvertreter der vom Bergbau betroffenen Menschen bleiben. Als Vorsitzender der gleichnamigen Bürgerinitiative (BiB) setzte sich Klaus Friedrichs, der beruflich in Voerde als selbstständiger Rechtsanwalt tätig war, mit aller Vehemenz für deren Interessen ein, verschaffte deren Belangen Gehör, bot nicht nur dem Bergbau unerschrocken die Stirn. Klaus Friedrichs habe immer entschieden die Auseinandersetzung in der Sache gesucht, er sei streitbar, aber fair gewesen, erinnert sich Voerdes SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Goemann an die Begegnungen, als um die Zukunft des Bergwerkes Walsum gerungen wurde. Goemann war zu der Zeit IG BCE-Bezirksleiter, stand auf der anderen Seite. Vor acht Jahren ging die Steinkohleförderung in Walsum zu Ende.

Klaus Friedrichs sei „ein großer Kämpfer“ für die Interessen auch des kleinen Mannes gewesen. „Sein Einsatz für die Gerechtigkeit war unschlagbar“, würdigt Uwe Goemann seinen verstorbenen Fraktionskollegen. Bürgermeister Dirk Haarmann äußerte sich gestern „bestürzt“ über den Tod des langjährigen SPD-Ratsherrn, den er selbst „ganz intensiv“ im Wahlkampf für das Voerder Bürgermeisteramt kennen gelernt habe. Klaus Friedrichs sei ein „Eckpfosten“ gewesen, der lange im Stadtrat war. „Wir verlieren mit ihm einen streitbaren, von seinen Überzeugungen geleiteten Menschen, der sich für diese mit aller Konsequenz eingesetzt hat“, sagt Haarmann. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.“

 
 

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