Tolle Landschaft und aufgeschlossene Menschen

Ilka beim Sprung von der Brücke.
Ilka beim Sprung von der Brücke.
Foto: privat
Die 15-jährige Ilka Stauvermann aus Voerde verbringt ein Schuljahr in Neuseeland. Ihre Eindrücke und Erlebnisse der ersten zwei Monate hat sie in einem Bericht zusammengefasst.

New Plymouth/Voerde..  Ende Januar machte sich die Voerderin Ilka Stauvermann über die Austauschorganisation Ayusa-Intrax auf die lange Reise nach Neuseeland, wo sie zehn Monate verbringt. Ihre Erlebnisse und Eindrücke in den ersten zwei Monaten hat sie in einem Bericht zusammengefasst: Schuluniform, Spaghetti auf Pizza und Linksverkehr, das sind nur ein paar der Dinge, an die ich mich in Neuseeland gewöhnen musste. Ich bin seit zwei Monaten hier und habe mich schon ziemlich gut eingelebt.

Mein Abenteuer startete am 27. Januar. Ziemlich müde bin ich nach 36 Stunden Flug in Auckland angekommen. Dort hat eine Frau von der Organisation „Student exchange Australia New Zealand“ gewartet und wir sind mit anderen Austauschschülern zu einem Orientierungswochenende gefahren.

Am Tag darauf war ich richtig aufgeregt, da ich meine Gastfamilie kennenlernen würde. Ich fuhr mit dem Bus von Auckland nach Hamilton, wo mich meine Gastmutter Racheal abgeholt hat. Meine 18-jährige Gastschwester Maxyna hatte in Hamilton ein Fahrradrennen, weshalb wir nicht direkt nach Hause gefahren sind. Zwei Tage später erwartete mich eine dreistündige Autofahrt nach New Plymouth. Dort habe ich dann den Rest der Familie kennen gelernt: meinen Gastvater Jeremy, meine 15-jährige Gastschwester Lakein, meinen 12-jährigen Gastbruder Bryden und meinen 10-jährigen Gastbruder Cade.

Nett aufgenommen

Sie haben mich richtig nett aufgenommen und ich habe mich willkommen gefühlt. Ich habe noch einen 21-jährigen Gastbruder, doch dieser wohnt in Christchurch. Ja, meine Gastfamilie ist sehr groß und das finde ich gut, denn hier ist immer etwas los und sie unternehmen viel mit mir. Ich bin auch froh, dass ich eine Gastschwester in meinem Alter habe, denn da wir zusammen zur Schule gehen, hatte ich es am Anfang etwas leichter. New Plymouth hat ungefähr 55 000 Einwohner und liegt im Gebiet Taranaki, direkt am Meer.

Meine Schule heißt „Sacred Heart Girls College“ und hier ist es schon anders als in Deutschland. Besonders da meine Schule eine katholische Mädchenschule ist. Hier wird eine Schuluniform getragen. Insgesamt habe ich sechs Fächer: Mathe, Englisch, Religion, Sport, sowie Kochen und Nähen. Der Schultag startet um 8.45 Uhr und endet um 15.20 Uhr. Bevor der Unterricht anfängt, haben wir eine Versammlung in unserer „vertical Form“, das ist sozusagen eine Klasse, nur dass ungefähr 2 bis 4 Schüler aus jedem Jahrgang da sind. Ich bin in der vertical Form „Lourdes 4“. Lourdes ist mein Hausname, denn hier gibt es, ähnlich wie bei Harry Potter, vier verschiedene Häuser. Bei Schulevents kann man für sein Haus Punkte sammeln und am Ende des Jahres gewinnt ein Haus. Meine Mitschüler haben mich freundlich und offen aufgenommen. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist freundschaftlicher als in Deutschland. Nach der Schule fahre ich mit dem Bus nach Hause. Die Busfahrt dauert 30 Minuten, da wir ein bisschen außerhalb auf einer Farm mit Kühen, Schweinen und Pferden leben. Unser Haus ist nicht groß, aber ich habe ein eigenes Zimmer und von meinem Fenster aus kann ich den aktiven Vulkan Mount Taranaki sehen. Wenn ich zuhause bin, mache ich Hausaufgaben oder mache etwas mit meinen Gastgeschwistern.

Sprung von der Brücke

In New Plymouth gibt es ziemlich schöne Landschaften. Die Neuseeländer sind sehr gerne draußen und machen viele Aktivitäten. Ein paar davon konnte ich mit meiner Schulklasse bei einem fünftägigen Outdoor-Education Camp ausprobieren. Wir haben unter anderem Rafting, Hochseilklettern und einen „Mudrun“ gemacht. Dabei sind wir in den Dschungel gelaufen, wo wir durch ein großes Schlammloch stiefeln mussten. Da es immer wieder geregnet hat, waren meine Turnschuhe die ganze Woche über nass. Das Beste war der Bridge Swing. Da springt man rückwärts von einer Brücke und schwingt dann vor und zurück. Die Brücke war ungefähr sieben Meter hoch, es war schon gruselig, ins Ungewisse zu springen.

Aber natürlich ist nicht alles perfekt. An manchen Tagen habe ich schon Heimweh. Dann versuche ich mich abzulenken, indem ich etwas mit meiner Gastfamilie mache. Außerdem skype ich jeden Sonntag mit meiner Familie. Außer meiner Familie und meinen Freunden vermisse ich auch Sachen wie mal eben zum Supermarkt zu laufen. Da wir ziemlich abgelegen wohnen, muss ich meine Gastmutter fragen, ob sie mich fahren kann.

Ein großer Unterschied zu Deutschland ist die Aufgeschlossenheit. Während in Deutschland vieles eher förmlich ist, wird hier direkt ein Smalltalk angefangen, auch wenn man sich fremd ist. Außerdem wurde ich, als ich zum Beispiel Verwandte oder Freunde meiner Gastfamilie kennengelernt habe, direkt mit „Love“, oder „Sweetheart“ angesprochen und umarmt.

Von eben dieser Aufgeschlossen- und Gelassenheit der Leute bis zur Landschaft Neuseelands mag ich es hier sehr gerne. Ich hab schon so viel erlebt und ich bin froh, dass ich das alles machen kann.

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