Thyssen-Krupps Pläne für Deponie-Erweiterung in Duisburg kommen voran

Die Kapazitäten der Deponie in Wehofen-Nord sind bald ausgeschöpft, was laut Thyssen-Krupp eine Erweiterung notwendig mache.
Die Kapazitäten der Deponie in Wehofen-Nord sind bald ausgeschöpft, was laut Thyssen-Krupp eine Erweiterung notwendig mache.
Foto: Lars Fröhlich
Sollte die Werksbahntrasse reaktiviert werden, würde Thyssen-Krupp einen Tunnel durch die Deponie Wehofen-Nord bauen. Zuvor drohte die Erweiterung an der Lohbergbahn zu scheitern, gegen die der RVR Einwände erhob. Thyssen-Krupp erwartet die Genehmigung bis Ende 2015.

Duisburg/Dinslaken.. In die Pläne Thyssen-Krupps, die Deponie Wehofen-Nord um einen dritten Bauabschnitt zu erweitern, kommt wieder Bewegung. Gut ein Jahr ruhte das Planfeststellungsverfahren, weil der RVR Einwände wegen der Bahntrasse (Lohbergbahn) erhob. Die ist zwar nicht mehr in Betrieb, steht aber noch im Regionalplan und könnte somit wieder reaktiviert werden. Allerdings dürfte das eher die Theorie bleiben. Denn haben sich nun beide Seiten geeinigt: Sollte die Trasse reaktiviert werden, würde Thyssen-Krupp Steel Europe einen Tunnel durch die Deponie bauen.

Zwölf Jahre bis zur Reaktivierung

„Die Trasse braucht von der Genehmigung bis zur Reaktivierung gut zwölf Jahre. Bis dahin haben wir den Tunnel fertig. Die Kosten werden wir übernehmen“, erklärt Prof. Dr. Gunnar Still, Leiter Umwelt- und Klimaschutz des Unternehmens. Allerdings geht er nicht davon aus, das es je dazu kommen wird. „Die Städte Dinslaken und Oberhausen wollen sie nicht. Und wo soll sie auch hinführen?“, gibt Gunnar Still zu bedenken. Die Trasse endet am Hafen Schwelgern und ist bereits zum Teil zurück gebaut. Über die geänderten Antragsunterlagen, die nun bei der Bezirksregierung Düsseldorf als Genehmigungsbehörde eingereicht werden, informiert das Unternehmen am 24. Juni an einem „Runden Tisch“.

Pläne liegen vier Wochen in Dinslaken und Duisburg aus

Nach den Sommerferien sollen die Pläne erneut für vier Wochen in Dinslaken und Duisburg ausgelegt und im Internet veröffentlicht werden. Anschließend können die Bürger zwei Wochen lang Einsprüche erheben, „aber nur zu dem, was neu ist“, betont Gunnar Still.

Der Einwand des RVR war die letzte große Hürde für Thyssen-Krupp auf dem Weg zur Erörterung, die Ende des Jahres beginnen soll. Mit einer Genehmigung der Deponie-Erweiterung rechnet das Unternehmen Ende 2015 – trotz aller Kritik von Anwohnern, dem BUND und der „Bürgerinitiative gegen Giftmüll“.

Runde Tische und Führungen

Der Stahlproduzent setzt auf eine transparente Informationspolitik. Seit 2012 gab es vier „Runde Tische“ und Deponie-Besichtigungen für Bürger. Weitere Führungen seien geplant. Schon vor Jahrzehnten sei aber klar gewesen, dass das Gelände als Gesamtdeponie ausgewiesen ist. Und die Schlacke, die gelagert werden soll, sei auch kein Giftstoff in dem Sinne, sagt Prof. Dr. Gunnar Still. Die nächste Möglichkeit, die Gesteinsreste zu lagern, wäre die Deponie in Dortmund Nord-Ost: „Aber“, so Still, „auch das ist für die Umwelt eine große Belastung, wenn wir die Lkw-Ladungen dort hin fahren würden.“

 
 

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