Stockumer Schule: Rest der Politik lehnt CDU-Vorschlag ab

Der CDU-Vorschlag, die Stockumer Schule zu schließen, stößt auf wenig Gegenliebe.
Der CDU-Vorschlag, die Stockumer Schule zu schließen, stößt auf wenig Gegenliebe.
Foto: FUNKE Foto Services
Mögliche Aufgabe der Stockumer Schule zur Entlastung des städtischen Haushalts stößt bei den anderen Fraktionen im Voerder Stadtrat auf Kritik. Jugendlichen würde eine Anlaufstelle fehlen

Voerde..  Die CDU dürfte für ihre Überlegung, möglicherweise die Stockumer Schule aufzugeben, im Stadtrat nur schwerlich eine Mehrheit finden. Die Spitzen der anderen Fraktionen äußern sich ablehnend gegenüber einem solchen Gedanken, den die Christdemokraten geprüft wissen wollen. Sie nehmen bei möglichen Einsparungen, die zu einer Entlastung des städtischen Haushaltes beitragen sollen, die Offene Jugendarbeit nicht aus, haben als Beispiel dabei konkret einzig das Jugend- und Kulturzentrum an der Schafstege benannt (die NRZ berichtete). SPD-Fraktionschef Uwe Goemann stellt für seine Partei fest, dass sie bei dem üblichen „Reflex“ zu fragen, was die Stadt noch an Einrichtungen braucht, nicht mitspielen werde. Nicht nur er verweist auf die Folgekosten im Bereich der Jugendhilfe, die eine Aufgabe von Einrichtungen für diese Altersgruppe bedeuten würde, weil ihnen eine Anlaufstelle fehlt. Goemann argumentiert auch mit der Besonderheit der Stockumer Schule, deren Organisation auf dem Prinzip der Selbstverwaltung der Jugendlichen basiert.

„Das ist und bleibt ein Stück Kulturgut in Voerde“, mit einer Schließung der Stockumer Schule würde man einen wichtigen jugendkulturellen Teil aufgeben, betont Grünen-Fraktionssprecher Stefan Meiners und mahnt: „Alles, was wir heute aufgeben, kommt in den nächsten 20, 30 Jahren nicht zurück.“ Für Meiners ist absehbar, dass die zur Diskussion gestellten Einsparungen das Problem des strukturellen Defizits im städtischen Haushalt „nicht lösen“ werden. Die Sparmaßnahmen würden in der Summe nicht helfen, aus der Finanzmisere heraus zu kommen, glaubt auch Linke-Fraktionsvorsitzender Joachim Kinder. In eine ähnliche Richtung argumentiert Christian Garden, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft (WGV). Was momentan an Sparvorschlägen laufe, sei „ein Klein-Klein“. Der WGV fehlen aus dem Rathaus Konsolidierungsvorschläge für den Bereich der Kernverwaltung (ein Stichwort: interkommunale Zusammenarbeit). Zudem moniert Garden fehlende Grunddaten zu der weiteren Entwicklung in diesem Bereich, die nötig seien, um im Voerder Haushalt eine „Strukturveränderung vornehmen zu können“. Streichungen im Bereich der Offenen Jugendarbeit sind für die WGV indiskutabel. Wer es mit der Jugendarbeit und deren Effekten auf soziale Entwicklungen ernst meine, müsse „dafür Geld in die Hand nehmen“, sagt Garden. Dass die CDU die Stockumer Schule als Einzelfall herausgegriffen hat, kritisiert er scharf, hält ihr vor, aus einer „emotionalen Befindlichkeit“ heraus zu agieren. Die Christdemokraten stehen der Einrichtung bekanntlich seit langem kritisch gegenüber. Auch die Linke würde eine Aufgabe der Stockumer Schule nicht mittragen, wie deren Fraktionschef Kinder betont. Die Fragestellung der CDU, ob die Jugendlichen der „Stock“ möglicherweise im Jugendzentrum (JUZ) in Voerde-Mitte im Falle einer Schließung eine Anlaufstelle finden könnten, ist für ihn abwegig. Die Stockumer Schule spreche andere Jugendliche an als das JUZ.

 
 

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