Stefan Meiners will in den Bundestag

Petra Keßler

Voerde/Hünxe.  Die Grünen schicken im Wahlkreis Wesel I einen Voerder als Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2017 ins Rennen: Stefan Meiners wurde bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstagabend im Kolpinghaus in Wesel gewählt. Der 39-Jährige war der einzige Bewerber und konnte knapp 85 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wie er gestern im Gespräch mit der NRZ erklärte. Ein Ergebnis, mit dem sich der Ratsherr und Fraktionssprecher der Grünen in Voerde zufrieden zeigt. Der gebürtige Dinslakener wird auch auf der Reserveliste seiner Partei für die Bundestagswahl stehen – auf welchem Platz, werde sich Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres zeigen, kündigt er an.

Seit vielen Jahre politisch aktiv

Stefan Meiners ist Beamter beim Land Nordrhein-Westfalen. In seiner Heimatstadt Voerde ist er seit vielen Jahren politisch aktiv. Dorthin gebracht hat ihn sein Wunsch, sich selbst zu engagieren, statt nur etwas zu kritisieren. Das auslösende Moment, sich um ein Mandat im Bundestag zu bewerben, war der Besuch einer Radverkehrsveranstaltung in der Hauptstadt und seine dabei gewonnene Erkenntnis, wie im großen Berlin auf den ländlichen Raum geschaut wird: Regionen wie der Kreis Wesel spielten da keine Rolle, kritisiert Meiners. Diese Einschätzung manifestiert sich für ihn auch in der Trassenführung für eine neue B 8, wie sie im Bundesverkehrswegeplan 2030 steht und die vor allem auch über Voerder Stadtgebiet laufen würde. Voerde werde allenfalls „als Planungsgröße“ wahrgenommen, moniert Meiners. Der Ortsverband der Grünen, der ihn als Bundestagskandidat unterstütze, wird am Donnerstag, 28. Juli, 19 Uhr, in der Gaststätte „Zur Kutsche“ in Voerde zu dem Thema B 8n eine öffentliche Informationsveranstaltung unter Beteiligung des Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, anbieten.

Für Meiners ist es der Aufschlag zu seinem Bundestagswahlkampf, der ihn auch auf die linke Rheinseite führen wird: Der Wahlkreis Wesel I umfasst neben Voerde, Hünxe, Hamminkeln, Schermbeck, Wesel auch Alpen, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Xanten und Sonsbeck. Was der Voerder am Kreis Wesel „so mag“, sind die „relativ großen regionalen Unterschiede“.

Wie er sich seine Chancen ausrechnet, als grüner Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen? Heute eine Prognose dazu abzugeben, wie das Wahlverhalten 2017 aussehen wird, hält Meiners für schwierig. An Zuversicht und auch Selbstbewusstsein mangelt es dem Voerder, der seine thematischen Schwerpunkte in Berlin in der Innen- und Netzpolitik sähe, aber nicht: „Wenn ich keine Chance sehen würde, würde ich nicht antreten.“ Sollte es am Ende auch über die Reserveliste nicht klappen, wäre die Kandidatur für ihn keine verlorene Zeit. „Das ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.“