Ständiger Kampf gegen die Lepra

Beim 34. Lepramarsch kamen in diesem Jahr 6505 Euro zusammen. Das Geld kommt den Leprakranken im Grenzgebiet Afghanistan / Tadschikistan zugute. Bei der Spendenübergabe (v.l.): Christina als Vertreterin der Schüler, Pfarrer Gregor Kauling, THG-Lehrer Dieter Wienemann, Andrea Brosthaus und Romana Drabik.
Beim 34. Lepramarsch kamen in diesem Jahr 6505 Euro zusammen. Das Geld kommt den Leprakranken im Grenzgebiet Afghanistan / Tadschikistan zugute. Bei der Spendenübergabe (v.l.): Christina als Vertreterin der Schüler, Pfarrer Gregor Kauling, THG-Lehrer Dieter Wienemann, Andrea Brosthaus und Romana Drabik.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Ein weltumspannendes Netzwerk hat die Dinslakener Ärztin Dr. Romana Drabik aufgebaut. Sie unterstützt mit Hilfe von Spenden 19 Projekte.

Dinslaken..  Deutschland? Wo liegt Deutschland? – Ach ja, das ist doch bei Dinslaken. Selbst im hintersten Winkel der Erde scheint Dinslaken bekannt zu sein. „Deutschland ist den vielen Leprakranken am Ende der Welt nicht ganz so geläufig“, sagt Dr. Romana Drabik lachend. Und das hat seinen Grund: Denn seit rund 40 Jahren bereist die rührige 78-Jährige die Welt und kümmert sich um Lepra- und Tuberkulosekranke, anfangs in Afrika und Indien, heute fast ausschließlich in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. All dies mit Unterstützung vieler Dinslakener, die sich einmal im Jahr auf einen Lepramarsch begeben und dafür Geld einsammeln, die aber auch sonst rege spenden, mal Sachleistungen, überwiegend jedoch Geldbeträge.

17 Lepra- sowie zwei Tuberkuloseprojekte werden von Dinslaken aus geleitet. Wie kann eine Stadt dies leisten? Romana Drabik hat dafür eine einfache Erklärung: die Vernetzung. Sie kenne Gott und die Welt und nutze ihre Verbindungen dementsprechend. „Eigentlich muss jede Organisation, die mit Lepra in Deutschland zu tun hat, das Geld der offiziellen Leprahilfe mit Sitz in Würzburg abgeben. Nur wir hier in Dinslaken dürfen es behalten. Und nicht nur das, die deutsche Leprahilfe unterstützt uns inzwischen“, erklärt die Lepra-Expertin stolz.

Dann sei da noch die Weltgesundheitsbehörde (WHO) mit Sitz in Genf und Tokio – und mittendrin Romana Drabik, die sowohl in ständigem Kontakt mit Genf aber auch mit ihrem „großen Bruder“ Yohei Sasakawa in Tokio steht. Unbürokratische Hilfe eingeschlossen. Nun muss man allerdings wissen, dass die WHO dies nicht ganz so uneigennützig tut. Noch bevor es von dieser Organisation überhaupt jemand gewagt hat, in die Tiefen der ehemaligen Sowjetrepubliken vorzudringen, waren Romana und ihr verstorbener Mann Arkadius schon da. Und berichteten der WHO.

Die Leprosorien, von Dinslaken unterstützt, gelten als die besten, vor allem das in Tadschikistan wurde von der WHO ausgezeichnet. Im russischen Schulungs- und Forschungsinstitut in Astrachan ist Dr. Romana Drabik Ehrenmitglied. Wie kaum eine zweite versteht sie es, die Verantwortlichen in den Regierungen einzuspannen, sagt ihnen, wo es lang geht und hat Erfolg damit.

16 000 Euro beispielsweise hat die Expedition ins neue Lepragebiet an der Grenze Tadschikistan/Afghanistan gekostet. Jeder Euro Spende kam dort an, denn die Reise dorthin zahlt Roma Drabik aus eigener Tasche. „Das wissen die Dinslakener, deshalb ist hier die Spendenbereitschaft so groß.“ So fließen sicherlich auch weiterhin die Mittel, um neue Ärzte zu schulen, die Leprosorien zu unterstützen oder neue zu errichten oder um neue Medikamente wie beim Projekt Neurone zu entwickeln.

Drabik: „Lepra ist eine chronische Krankheit mit akuten Schüben. Bei diesen Schüben kommt es zu Blindheit, Verkrüppelung von Gliedmaßen und anderem. Kranke werden während dieser Schübe mit hohen Dosen Cortison behandelt. Das wirkt, hat aber verheerende Nebenwirkungen, die neue Erkrankungen schaffen können. Jetzt gerade haben wir ein neues Mittel getestet, an Tieren. Nebenwirkungen sind gleich Null. Jetzt geht das Mittel in die zweite Phase, dem Test an Menschen.“ In Bombay soll es ausprobiert werden, dem erst kürzlich ins Leben gerufene Lepraprojekt der Dinslakener Ärztin.

6505 Euro sind beim 34. Lepramarsch im Herbst zusammengekommen und wurden jetzt von Schülerin Christina, Pfr. Gregor Kauling, THG-Lehrer Dieter Wienemann und Andrea Brosthaus überreicht. Eine CD über die gesamte Lepraarbeit von Roma Drabik ist bei Familie Glöckner unter 02064/51475 erhältlich.

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