Stadt will transparente Wände

Rita Meesters

Voerde.  Wenn mit dem dritten Gleis im Rahmen des Betuwe-Ausbaus auch der Lärmschutz kommt, befürchtet die Stadt Voerde Nachteile für das Stadtbild.

Eine kilometerlange, gut vier Meter hohe „Schlange“ in Form einer Lärmschutzwand, die nach einiger Zeit vermutlich mit Graffiti „verziert“ sein wird, könnte dem Stadtbild „erheblich abträglich“ sein, wie der Erste Beigeordnete Wilfried Limke am Dienstag im Planungs- und Umweltausschuss erläuterte. Besonders an elf Kreuzungspunkten will die Kommune sich für transparente Wände einsetzen, um (Blick-)Beziehungen innerhalb der Siedlungen zu erhalten (die NRZ berichtete).

Dunkel und unfreundlich

Der Entwurf zur städtebaulichen Einbindung der Lärmschutzwände inklusive einer Prioritätenliste für die Bahnquerungen, die vorrangig mit transparenten Elementen ausgestattet werden sollen, fand im Ausschuss ungeteilte Zustimmung.

Ganz oben auf der Liste steht zum Beispiel die Bahnhofstraße: Sie stellt eine wichtige Verbindung im Ortskern dar und würde durch eine undurchsichtige Wand dunkel und unfreundlich wirken. Ebenfalls unbedingt mit durchsichtigen Wänden ausgestattet werden sollten die Kreuzungen Spellener Straße, Hammweg und die Schwanenstraße. Zudem betonten die Ausschussmitglieder nochmals, die Bahnquerung Schwanenstraße solle - auch wenn die Bahn das anders sieht - erhalten bleiben. Auf Vorschlag der Politik wurde in dem Gestaltungsentwurf auch der ausdrückliche Wunsch ergänzt, dass in den Bereichen der Bahnhöfe, also an der Steinstraße und der Poststraße, ebenfalls transparente Elemente verwendet werden, damit die Bahnsteige besser einsehbar und damit sicherer werden.

Mit den eigenen Gestaltungsleitlinien hofft die Stadt, bei der Bahn die bessere Lösungen für den Lärmschutz erreichen zu können – denn man befürchtet, dass sonst vorwiegend preisgünstige Varianten verwendet würden. Beispiele in anderen Städten, so Limke, hätten jedoch gezeigt, dass die Bahn auch anders mit Lärmschutz umgehen könne. Auch die Voerder werden dazu gefragt. Der Gestaltungs-Entwurf soll im Internet veröffentlicht werden, dort sollen Bürger ihre Stellungnahmen abgeben können.