Stadt Voerde droht Vorstand der Initiative Stockumer Schule mit Mietkündigung

Konzerte in der Stockumer Schule in Voerde wie dies im Frühjahr sind derzeit untersagt.
Konzerte in der Stockumer Schule in Voerde wie dies im Frühjahr sind derzeit untersagt.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Nachdem die Polizei mehrfach wegen Lärmbelästigungen am Jugend- und Kulturzentrum Stockumer Schule im Einsatz war, überlegt die Stadt Voerde, der Initiative die Nutzungsgenehmigung zu entziehen. Wegen der Beschwerden der Anwohner und Antifa-Plakaten, wegen denen auch der Staatsschutz ermittelt, wurde auch das „Volkstümliche Festival der Punkmusik“ kurzfristig nicht genehmigt.

Voerde. Die Stadt Voerde droht der Initiative Jugend- und Kulturzentrum Stockumer Schule „aufgrund der wiederholten Lärmbelästigungen“ die Kündigung des Mietvertrages an. Es werde derzeit geprüft, ob ein Entzug der Nutzungsgenehmigung möglich sei, heißt es in einem Brief des 1. Beigeordneten der Stadt Voerde Wilfried Limke an Lars Kroezemann und Sebastian Renn vom 7. Oktober.

Renn ist innerhalb des Vorstands der Initiative verantwortlich für die Personalbetreuung und Lars Kroezemann, Leiter der Hausverwaltung und Kontaktperson zwischen den einzelnen Gruppen und AGs. Hintergrund sind wiederholte Polizeieinsätze wegen Lärmbelästigungen, die von Anwohnern gemeldet wurden sowie Plakate in den Fenstern und ein Graffiti, die die Logos und Schriftzüge „Antifa“ und „Ultras“ beinhalteten. „Die Plakatierungen sind politische Äußerungen, bei denen aufgrund der Relevanz sogar der Staatsschutz - informiert durch Polizeieinsätze - ermittelt“, heißt es in dem Schreiben. „Strafanzeigen sind hierfür gestellt worden“.

Initiative Stockumer Schule soll bis 18. Oktober Stellung nehmen

Eine Wertung der Inhalte der politischen Äußerungen sei nicht Sache der Stadt, erklärte Wilfried Limke auf NRZ-Anfrage. Es gehe ihm um die Einhaltung des Vertrags mit der Stadt von Seiten der Initiative. „Ich habe Zweifel, dass der Vorstand, der derzeit für die Nutzung verantwortlich ist, diese vertragskonform umsetzen kann.“ In den letzten Wochen habe es „Spitzengespräche“ zwischen Stadt und Vorstand gegeben. Nun wird dem Drängen von Verwaltungsseite aus Nachdruck verliehen.

Im Zentrum der Kritik stehen die Lärmbelästigungen und die Sachbeschädigung des Jugendzentrums durch ein Graffiti. Bis zum 18. Oktober sind Renn und Kroezemann aufgefordert, Stellung zu nehmen und schriftlich mitzuteilen, „wer der Verursacher der Sachbeschädigung ist und wann bzw. wer den Schaden der Sprayer in welcher Form beseitigt“.

Punkmusik-Festival wurde ins Oberhausener Druckluft verlegt

Die Auswirkung des Konflikts traf kurzfristig Bands, Organisatoren und Fans des „Volkstümlichen Festivals der Punkmusik“. Der Brief der Stadt endet mit dem Satz: „Im Übrigen wird eine Genehmigung für die von Ihnen für den 12. / 13.10. 2013 bei dem Ordnungsamt der Stadt Voerde angezeigte Veranstaltung vom Kommunalbetrieb Voerde bzw. der Stadt Voerde aus den vorgenannten Gründen nicht erteilt.“ Das von Kreftich veranstaltete Festival, zu dem eine LP-Präsentation der Voerder Band Weekly Carouse“ gehörte, wurde ins Oberhausener Druckluft verlegt. Ein Konzertbericht folgt.

 
 

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