Stadt setzt auf Einzelgespräche

Ralf Kubbernuß
Der Bahnhof Dinslaken wird im Rahmen der Betuwe aus- und umgebaut. Anders als in Voerde sieht die Stadt Dinslaken aber keine Kritikpunkte.Foto: Archiv
Der Bahnhof Dinslaken wird im Rahmen der Betuwe aus- und umgebaut. Anders als in Voerde sieht die Stadt Dinslaken aber keine Kritikpunkte.Foto: Archiv
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In Sachen Betuwe unterscheidet sich die Dinslakener Strategie von der Voerder

Dinslaken/Voerde.  Während die Stadt Voerde bereits in der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens zu Betuwe-Line viel Wert darauf gelegt hat, die städtischen Forderungen gegenüber der Bahn gemeinsam mit den Bürgern breit zu diskutieren und zu erarbeiten, geht man in Dinslaken einen anderen Weg: Zu viele Bürgermeinungen würden das Forderungspaket nur „zerfasern“, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Man wolle nicht die Hoffnung erwecken, dass die vielen Einzelforderungen dann von der Bahn auch berücksichtigt würden.

Stattdessen setze man in Dinslaken auf Fachberatung durch einen externen Gutachter, der Experte für Lärmschutz sei. Und man will auf dessen Erkenntnissen beruhend gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht!“ die Stellungnahme der Stadt erarbeiten, die man erst Anfang kommenden Jahres von der Politik beschließen lassen will. Das sei mit der Bahn so verabredet, obwohl die Bürger ihre Einwände bereits bis zum 18. Dezember eingereicht haben müssen.

Grundlegend sieht die Stadt Dinslaken bei den Bahn-Planungen derzeit zwei Kritikpunkte: Zum einen will man nicht hinnehmen, dass es in der Lärm- und Gefahrenschutzwand einseitig eine 2,3 Kilometer lange Lücke gibt. Zum anderen fordert man mit Feuerwehr und Rettungskräften bessere Zuwegungen, Sicherheits- und Rettungsmöglichkeiten.

Keine weitereVeranstaltung geplant

Weitere Streitpunkte - wie der in Voerde diskutierte Angstraum Bahnhof, für den man transparente Lärmschutzwände fordert - sieht man in Dinslaken derzeit nicht. „Vielleicht ergibt sich das noch im Verfahren“, so Dickhäuser. Eine Gestaltungsleitlinie, wie sie die Stadt Voerde mit ihren Bürgern erarbeitet hat, gibt es demzufolge in Dinslaken nicht.

Auch in Sachen Bürgerinformation geht man in Dinslaken andere Wege als in Voerde, wo man mit der bereits erfolgten Offenlage der Planunterlagen einen Schritt weiter ist. Eine weitere Informationsveranstaltung von Stadt und Bürgerinitiative wie in der vergangenen Woche in Voerde sei in Dinslaken zwar bei Bedarf möglich, prinzipiell aber nicht vorgesehen. Vielmehr setze man auf Einzelinformation der betroffenen Bürger im zuständigen Fachdienst Planung, wolle die Offenlage der Planunterlagen ab dem 5. November aktiv begleiten und letztlich noch einen langen Donnerstag einführen, damit sich Berufstätige auch im Technischen Rathaus (Hünxer Straße) eine detaillierte Übersicht über die Planungen der Bahn machen können.