So könnte das Naturbad in Dinslaken-Hiesfeld aussehen

Das aktuelle Schwimmbecken in Dinslaken-Hiesfeld könnte zu einer Seite ausgebuchtet werden und in einen Sandstrand münden.
Das aktuelle Schwimmbecken in Dinslaken-Hiesfeld könnte zu einer Seite ausgebuchtet werden und in einen Sandstrand münden.
Foto: Hans Blossey
  • Im Ratssaal gab es am Montag nur noch Stehplätze
  • Die Planer stellten vor, wie die Schwimmlandschaft in Dinslaken künftig gestaltet werden könnte
  • Das geplante Naturbad hätte Sandstrand und Rutsche

Dinslaken.. Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Montag der Ratssaal. Auf dem Programm stand die Vorstellung des Bäderkonzepts für Dinslaken – das interessierte neben den Ausschussmitgliedern und Ratsleuten auch so viele Bürger, dass den letzten Ankömmlingen nur noch Stehplätze blieben.

Dass an diesem Abend noch nichts beschlossen werden konnte, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. Bis zuletzt, so Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann, hätten die Büros an ihren Gutachten gearbeitet, so dass den Politikern die 109 Seiten starke Vorlage erst am vergangenen Donnerstag zuging.

Das Lehrschwimmbecken würde auf dem Parkplatz gebaut

Dass die Kapazitäten des - ansonsten für die Zukunft gut aufgestellten - Dinamare nicht ausreichen würden, um die Besucher aus Hiesfeld langfristig aufzunehmen, hat das ZAK-Institut für Bedarfsforschung errechnet. Mit einem zusätzlichen Sportbecken am Dinamare wäre zwar Besuchern und Vereinen gedient, allerdings wäre der Bedarf an Wasserflächen in Dinslaken, der sich nach der Einwohnerzahl richtet und bei etwa 820 Quadratmetern liegt, damit überfüllt. Zumal im Umkreis von 15 Kilometern 20 weitere Bäder zu finden seien. Passend, was den Bedarf betrifft, sei nach einem Wegfall des maroden Lehrschwimmbeckens an der Bismarckstraße ein zusätzliches Lehrschwimmbecken am Dinamare.

Diese Variante hatte die Verwaltung auch zum Beschluss empfohlen. Ein solches Becken könnte auf der Parkplatzseite des Dinamare gebaut werden und würde, versicherten die Planer auf Nachfrage von Thomas Giezek (SPD), ausreichend Raum zum Parken lassen. Kosten: 3,7 Mio. Euro (plus Mehrwertsteuer).

Sauna auf dem Dach des Dinamare

Weitere Varianten wurden vorgestellt: ein zusätzliches Sportbecken am Dinamare plus Kurs- und Lehrschwimmbecken (12 Mio.), das Ganze mit zusätzlicher Sauna auf dem Dach (19 Mio.) oder die bereits 2012 errechneten Varianten Sauna auf dem Freigelände (3,4 Mio.), Sportbecken auf dem Parkplatz (4,7 Mio.) oder zusätzliches Außenbecken (2 Mio.). Immerhin, so Jochen Batz, Geschäftsführer des Architekturbüros Krieger, „war an der Stelle früher ein Freibad“. Weitere Variante: die Sanierung des Freibades Hiesfeld als herkömmliches Freibad (3 Mio.).

Naturbad in Dinslaken-Hiesfeld mit Strand und Rutsche

Die von der Verwaltung favorisierte Variante ist, das Freibad Hiesfeld in ein Naturbad umzuwandeln (2,2 Mio.). Die Pläne der Architekten sehen vor, die Beckenform an drei Seiten zu erhalten und an einer Seite eine Ausbuchtung zu schaffen, die in einem Sandstrand mündet. Da ein Naturbad nicht betoniert, sondern mit Schwimmteichfolie ausmodelliert wird, sei der unebene Boden kein Problem, so Batz – er könne nachjustiert werden.

Das Erlebnisbecken am Sandstrand könnte Attraktionen wie Rutsche oder Sprungfelsen beinhalten, für Kinder würde ein naturnaher Spraypark mit Planschbecken geschaffen, außerdem ein „attraktiver Spielplatz“ für 2- bis 14-Jährige. Die Gastronomie könnte auf den Bereich vor dem Bad ausgeweitet werden, an dem der Radweg direkt vorbei führe.

Es müssten Warnschilder aufgestellt werden

Das Problem sei allerdings die schwer kalkulierbare Wasserqualität: Enten und Gänse müssten vertrieben werden, bei warmem Wetter könnte das Wasser umschlagen. Generell müssten Warnschilder aufgestellt werden, denn „ein kräftiger Schluck“ von dem Wasser könne durchaus Durchfallerkrankungen verursachen. Es sie „nicht risikolos“ im Vergleich zu einem herkömmlichen Freibad. Entgegensteuern könne man mit mehr Frischwasser - zu Lasten der Wirtschaftlichkeit. Das Naturbad, das die SPD in Mettmann besichtigt hatte, habe solche Probleme nicht, Es hat 3200 statt wie hier geplant 1130 Quadratmeter Wasserfläche.

Und, ja, beantwortete der Architekt die Frage einer Zuhörerin, theoretisch könnte ein solches Bad beheizt werden – aber das stelle bei einem Naturbad „einen Widerspruch in sich“ dar und erhöhe wieder die Gefahr, dass das Wasser kippt.

>> SO GEHT ES WEITER

Auf Antrag der SPD wurde die Beschlussfassung für das Bäderkonzept auf die Ratssitzung am 13. Dezember verlegt.

Eine Natursauna in Hiesfeld, wie von den Grünen favorisiert, rechne sich nicht: zu wenig Besucher, zu hoher Aufwand.

 
 

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