So entsteht das Bürgerbarometer

Bald ist es wieder soweit: Ende Juni erscheint das NRZ-Bürgerbarometer 2015 für Dinslaken. Die Befragung ist bereits gelaufen und zurzeit läuft die Auswertung der Daten an der Universität Duisburg-Essen. Aber wie läuft so eine Umfrage ab?

Bild von der Bevölkerung zeichnen

Das Bürgerbarometer zielt darauf ab, ein möglichst genaues Meinungsbild aller Bürger zu zeichnen. Um eine Aussage über die Dinslakener Bevölkerung treffen zu können, ist es wichtig, die sogenannte Grundgesamtheit zu kennen. „Wir definieren die Grundgesamtheit auf Basis folgender Merkmale: Stadtteilzugehörigkeit, Geschlecht und Alter. Dazu stimmen wir uns mit den jeweiligen Statistikämtern ab. Unsere Stichprobe entspricht in ihrer Struktur hinsichtlich dieser drei Merkmale der Struktur der gesamten Dinslakener Bevölkerung“, erklärt Sabine Lauderbach vom Lehrstuhl Marketing und Handel. So spiegelt das Bürgerbarometer die Meinung der Bevölkerung in Dinslaken wider – auch wenn nicht alle Menschen in der Stadt befragt wurden.

Auswahl der Befragten

Wichtig ist hierbei, wie die Forscher die Menschen auswählen, die befragt werden. „Wir verwenden eine Auswahl nach dem Zufallsprinzip“, so Sabine Lauderbach, „denn nur diese Art der Auswahl garantiert eine Repräsentativität der Aussagen.“ Damit das gelingt, befragte man 400 Personen aus Dinslaken-Mitte, Eppinghoven, Lohberg und Hiesfeld. Das ist eine recht umfangreiche Stichprobe für eine Umfrage. „Das spricht für die Aussagekraft des Bürgerbarometers“, so Lauderbach. Bei den Fragen achten die Forscher darauf, dass diese die Befragten nicht beeinflussen. So ist sichergestellt, dass die Menschen tatsächlich ihre eigene Meinung sagen.

Die Befragung der Menschen

Wer befragt wird, das entscheidet am Ende das Telefonbuch. Per Zufall werden Nummern herausgesucht. Um gerade auch berufstätige Personen zu erreichen, wurde extra auch in den Abend hinein und am Wochenende telefoniert. Die Interviewer sind zudem angehalten, die Befragung so neutral wie möglich durchzuführen. „Viele Bürger begrüßen es, dass sie um Ihre Meinung gebeten werden“, so Sabine Lauderbach. Um dieses Mitteilungsbedürfnis zu nutzen, gibt es in den Fragebögen eine Kommentarfunktion. Dort können die Befragten nochmal ganz offen zu Wort kommen.

Die Fallstricke der Praxis

Das Bürgerbarometer hat aber auch seine Fallstricke. „Es wird immer schwieriger, gerade jüngere Befragte per Telefon zu erreichen“, sagt Sabine Lauderbach. Nicht jeder steht heute noch im Telefonbuch. „Bis jetzt haben wir aber da noch gut gegensteuern können“, erklärt die Forscherin. Während die Umfrage lief, kontrollierte Sabine Lauderbach stets, dass die 400 Befragten am Ende auch ein ziemlich exaktes Abbild im Kleinformat der gesamten Dinslakener Bevölkerung waren.

Befragung ist Anonym

Von der Durchführung der Umfrage selbst bekommt Sabine Lauderbach aber nur wenig mit. „Zwar telefoniere ich mit Funke Dialog, die im Auftrag die Telefonate durchführen, um zu erfahren, wie die Befragung läuft“, sagt sie. „Aber prinzipiell sind die beiden Bereiche Datenerhebung und Datenauswertung sauber voneinander getrennt.“ Die Ergebnisse sieht sie erst, wenn ihr Statistikprogramm auf dem Computer die Daten der Umfrage ausgibt. Das muss auch so sein, damit jeder Teilnehmer anonym bleibt.

Auswertung der Daten

Was der Einzelne geantwortet hat, interessiert die Statistikerin allerdings weniger. Sie interessiert sich dafür, was die Daten über Dinslaken verraten. Ändern sich beispielsweise Ansichten, wenn die Menschen älter werden? Das lässt sich aus den Daten ablesen, wenn man die Antworten nach Altersgruppen sortiert. Die Ergebnisse des Bürgerbarometers können damit unter anderem der Politik Orientierung geben, was die Menschen wollen. Damit können sie nicht nur als Grundlage lokalpolitischer Entscheidungen dienen, sondern auch private Initiativen dabei unterstützen, auf Missstände aufmerksam zu machen.

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