Singen für die Kleinsten

Dinslaken.  „Die Mütter in meiner musikalischen Früherziehungsgruppe verstehen sich so gut, dass ich sie manchmal beim Quatschen unterbrechen muss“, sagt Nicole Enders (44) lachend. Sie ist Erzieherin und freiberufliche Mitarbeiterin der Kirchengemeinde Heilig Geist und leitet seit 2015 den frühmusikalischen Bereich mit derzeit sechs Gruppen mit insgesamt 35 Kindern. Ab dem Alter von vier Monaten bis sechs Jahren würden die Kleinsten schon an die Musik durch Lieder und Fingerspiel herangeführt. Auch die Eltern trauen sich, zu singen, was nicht immer selbstverständlich sei, sagt Nicole Enders.

Oskar Sonsmann zum Beispiel ist drei Jahre alt. Er geht einmal pro Woche zur musikalischen Früherziehung und lernt spielerisch neue Lieder. „Manchmal singt er im Auto ein Lied, das ich gar nicht kenne“, freut sich seine Mutter. Dass die Musik für kleine Kinder schon wichtig ist, wissen viele Menschen, aber dass Musikalität gefördert werden, und sich später in vielen Lebensbereichen nützlich erweisen kann, vielleicht weniger. Es müssen ja nicht gleich Wunderkinder wie Wolfgang Amadeus Mozart dabei herauskommen. Musik soll einfach nur Spaß machen.

Auch im Cantemus-Chor, dem Kinder- und Jugendchor der Gemeinde, seit 2013 bestehend, kommen wöchentlich Kinder in verschiedenen Gruppen im Alter von sechs bis 18 Jahren zusammen. Im Laufe des Jahres gibt es verschiedene Projekte, unter der gesamtmusikalischen Leitung der Kirchenmusikerin Stella Seitz. Nicht nur Auftritte bei Familiengottesdiensten stehen dann auf dem Programm, sondern auch Adventssingen und das Krippenspiel an Heiligabend. Ebenso werden Freizeitaktivitäten wie Jugendwallfahrt oder Veranstaltungen im Jugendkeller angeboten. Langweilig wird es nie.

Am schönsten sei das Zusammensein mit den Kindern und Eltern, sagt Enders. Zusehen zu können, wie die Kinder sich mit der Musik entwickeln. Sarah Dominiczak (14) ist Mitglied im Jugend-Cantemus-Chor. Sie ist seit sechs Jahren dabei, also seit der Grundschule. Im Chor habe sie neue Freunde gefunden und ihre Interessen seien weit gefächert. Beim Erntedank-Gottesdienst sei sie unter anderem für die Technik zuständig gewesen. „Ich würde mir aber wünschen, dass Samstag mehr Mädchen in meinem Alter kommen würden“, sagt sie.

Der Cantemus-Chor hat als Verein mittlerweile 40 Mitglieder und sieht seinen Sinn vor allem in der „Fortbildung und Förderung kultureller Belange in Dinslaken, insbesondere der Förderung von Musikern“.

 
 

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