Signal für städtische Gesamtschule

Voerde.  Die Politik hat im Schulausschuss gestern einen weiteren Fingerzeig in Richtung Neugründung einer Gesamtschule in städtischer Trägerschaft erhalten: Voerde habe keinen „bunten Beutel“ an Optionen, betonte Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio), nachdem er die Schülerzahlprognosen für die Stadt präsentiert und Entwicklungen im Schulbereich allgemein aufgezeigt hatte. Am Ende der Ausführungen kristallisierte sich als Empfehlung dieser Weg heraus, der die Auflösung der Realschule bedeuten würde.

Voerde habe in den vergangenen 20 Jahren bei den Grundschülerzahlen „starke“ und im Fall der weiterführenden Schulen überdurchschnittliche Verluste zu verzeichnen. Auch verwies Krämer-Mandeau auf die hohe Zahl an Auspendlern. 118 Kinder waren es im vergangenen Schuljahr: „Eine in der Tendenz dreizügige Gesamtschule benutzt den Bus“, so der Biregio-Leiter. Die Zahl auswärtiger Kinder, die im gleichen Zeitraum eine weiterführende Schule in Voerde besuchten, bezifferte er mit 17. Die Stadt Voerde binde fast „niemanden mehr von außen“, gebe aber „eine hohe Zahl“ ab, bilanzierte er.

Biregio prognostiziert für das Voerder Gymnasium, bei den Übergängen aus den Grundschulen eine Quote von 40 Prozent halten zu können – „nicht aber“ für die Realschule. Diese wird sich nach Aussage von Krämer-Mandeau von einer Siebenzügigkeit bei den Eingangsklassen in der Spitze (173 Fünftklässler im Schuljahr 2011/12) zu einer Zweizügigkeit entwickeln.

Die Prognosen weisen dies ab dem Schuljahr 2018/19 mit 58 Schülern in zwei fünften Klassen aus. Es gebe keinen Anlass, die Zahlen optimistischer zu sehen. Das Gymnasium indes werde sich eher in der hohen Vierzügigkeit als in der Dreizügigkeit bewegen.

Im Fall der Stadt Voerde hält der Schulplaner zwei Schulformen für realistisch. „Eine dritte Schulform ist wünschbar, aber nicht machbar“, sagte Krämer-Mandeau, worunter für ihn auch die Option fällt, als zusätzliches Schulangebot zu Gymnasium und Realschule eine Gesamtschule in der privaten Trägerschaft der Caritas zu gründen. Auch sieht er die Gesamtschule in NRW „eher auf dem Vormarsch“ als eine Sekundarschule und würde diese Schulform, wo sie denn, wie in Voerde, realisierbar ist, vorziehen.

 
 

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