Scharfer Blick auf Licht und Farbe

Hobbyfotografen fanden 3. in der Kathrin Türks Halle komplette Studios samt Models vor
Hobbyfotografen fanden 3. in der Kathrin Türks Halle komplette Studios samt Models vor
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Der 3. Dinslakener Fototag in der Kathrin Türks Halle bot Informationen, Anregungen, Vorträge und Bildmotive.

Dinslaken..  70 Hertz dröhnen aus der gekippten Lautsprecherbox. Die Farbkleckse auf der der darüber gespannten Membran zittern, spritzen hoch. Michael Krone betätigt den Auslöser mit der Fernbedienung. Es blitzt, der Verschluss der Spiegelreflexkamera klickt. Zweihundertstel Sekunde Belichtungszeit bei Blende Acht. Dann erscheint das Ergebnis auf dem Computerbildschirm: Farbtropfen, die sich wie weich verformte Skulpturen vom weißen Untergrund abheben. Michael Krone, Mitglied des Fototreffs Oberhausen demonstriert „Farbexplosionen“ und damit nur einige der vielen und manchmal verblüffenden Ansichten beim dritten Dinslakener Fototag in der Kathrin-Türks-Halle.

Das Paar auf der Harley Davidson posiert nur scheinbar in einer alten Industriehalle. Der Hintergrund ist nur eine große Leinwand im Foyer. Fotografieren unter Studiobedingungen. Die Hobbyfotografen nutzen die Chance. Und wer möchte, kann seine digitalen Fotos gleich an Ort und Stelle als Poster oder Fotobüchlein für die Westentasche drucken lassen.

Michael Lohmann gilt als einer der besten Naturfotografen Deutschlands und begeistert seine Zuschauer im großen Saal mit gestochen scharfen Aufnahmen aus der Wildnis Südgeorgiens. Die Gruppe Nacht-Sicht dagegen zeigt Fotos, die nachts am ehemaligen Schacht Löhnen entstanden: Da schwebt tatsächlich ein Ufo! Die Illusion entsteht durch Lichtmalerei. Markus Irgang lüftet einige Geheimnisse dieser Fotokunst, mit der bereits Picasso experimentierte. Im Stockdusteren bewegen schwarz gekleidete Performer mit bunten Tischtennisbällen präparierte Lampen, Knicklichter und LED-Leuchten, das Ganze wird mit Langzeitbelichtungen zwischen 30 Sekunden und 40 Minuten festgehalten. Das Ergebnis sind Spiralen, Kreise und sogar komplette Schriftzüge vor mit Taschenlampen oder Diskothekenscheinwerfern ausgeleuchteten Naturkulissen. Die nächtlichen Abenteuer sind etwas für Experimentierfreudige. „Man produziert auch eine Menge Schrott“ erklärt Markus Irgang. Wenn die Performance allerdings funktioniert, ist das Ergebnis beeindruckend. Wie die Lichtkugeln, die man mit Lampen oder Leuchtstäben kreisförmig in die Luft malt, während man sich dazu um die eigene Achse dreht.

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