Scannen für den perfekten Sitz

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Dinslaken..  „Angefangen habe ich wie Bill Gates“, sagt Andreas van Laak „in einer 30 Quadratmeter großen Garage.“ Danach allerdings hören die Gemeinsamkeiten zwischen dem reichsten Menschen der Erde und dem Dinslakener Reitsporthändler rasch auf. Zum Milliardär hat es der 45-Jährige nicht gebracht, dafür führt der passionierte Vielseitigkeitsreiter seit 20 Jahren einen Fachhandel „rund um Pferd und Reiter“, wie er es selbst beschreibt. Während der Verkauf von Trense, Halfter, Gerte und Co. in den Anfangsjahren das Kerngeschäft ausmachten, konzentriert sich der Eigentümer mittlerweile verstärkt aufs Anpassen und Einstellen von Sätteln. Besonders exakt arbeitet er dank eines speziellen 3D-Scanners.

Ganzheitlicher Ansatz

Weg vom Reiter, hin zum Pferd, so könnte man die Entwicklung seiner Tätigkeit beschreiben. Für Andreas van Laak geht diese Beschreibung noch nicht weit genug: „Ich stehe für die Ganzheitlichkeit im Reitsport, also den Einklang zwischen Pferd und Reiter“, erklärt der frühere internationale Vielseitigkeitsreiter. Es sei daher wichtig, dass ein Sattel nicht nur dem passt, der obendrauf sitzt, sondern auch dem, der ihn auf dem Rücken trägt. Der aus einer Dinslakener Pferdezüchterfamilie stammende gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Sättel aller Art passgenau einzustellen. Er benutzt dazu eine neuartige Methode.

Beim sogenannten Horseshape misst Andreas van Laak den Pferderücken mithilfe eines handlichen, viereckigen 3D-Scanners aus. Bis ins kleinste Detail wird die Körperstruktur der Vierbeiner dadurch abgebildet. Die Scan-Daten sind Grundlage für ein Muster, das per Laser ausgeschnitten wird, um den vermessenen Pferderücken aus Pappe zu plastinieren. „Anhand dieses Modells führen wir dann die Anpassung des Sattels durch.“

Schrumpfender Markt

Für Andreas van Laak läutete der Einsatz des innovativen Scansystems auch den Umschwung ein vom Reitsportfachhandel zum Dienstleister rund um des Reiters Sitzgelegenheit. „Ich konzentriere mich heute mehr auf Lack und Leder“, beschreibt er daher auch seine veränderte berufliche Orientierung. Vom dem Verkauf von Reitsportartikeln allein ließe sich heute nicht mehr leben, sagt van Laak. „Der Markt ist schrumpfend, viele Großhändler verkleinern ihre Lager.“ So beschränkt sich auch bei Reitsport van Laak in Hiesfeld nur noch die untere Etage des Verkaufsraums auf Bekleidung und Zubehör für Reiter. Im oberen Bereich seines Geschäfts dreht sich dagegen „alles ums Pferd“. Sättel, Decken, Führleinen und natürlich der Arbeitsbereich, wo der Besitzer höchstselbst Hand an die Sättel seiner Kunden legt.

 
 

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