Rechtschreibung per Tastendruck

Die Mausklasse (2b) der Regenbogenschule arbeitet seit einigen Wochen im Unterricht mit Tablet-PCs.
Die Mausklasse (2b) der Regenbogenschule arbeitet seit einigen Wochen im Unterricht mit Tablet-PCs.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Die Mausklasse der Regenbogenschule in Möllen arbeitete vier Wochen lang mit Tablet-PCs.

Voerde.. Auf dem Bildschirm des Tablet-PCs erscheint ein Elefant und Julius tippt den Namen des Tieres in das Kästchen, denn der Zweitklässler der Regenbogenschule in Möllen übt gerade Rechtschreibung. Ein grünes Häkchen signalisiert ihm, dass er das Wort richtig geschrieben hat. Es ist die vierte und letzte Woche, in der die Mausklasse innerhalb eines Pilotprojektes (siehe Kasten) mit den Tablet-PCs im Unterricht arbeitet.

Per Los wurde entschieden, welche der beiden zweiten Klassen in Deutsch und Mathe mit den Geräten arbeiten darf – die Mausklasse von Lehrerin Kerstin Schöller. Jedes der 22 Kinder hat von der niederländischen Stiftung Snappet einen Tablet-PC geliehen bekommen, alle Geräte sind mit dem Laptop von Kerstin Schöller verbunden. So kann die Lehrerin Aufgaben kontrollieren und schnell Probleme erkennen.

Direktes Feedback

Janik löst gerade Mathe-Aufgaben. „Das ist wie ein Aufgabenblatt“, erklärt der Zweitklässler. Ist das Ergebnis richtig, erscheint ein grünes Häkchen und die nächste Aufgabe, ist das Ergebnis falsch, können die Schüler noch einmal rechnen. „Man kann aber auch zurückblättern und hat noch zwei weitere Versuche“, ergänzt Janiks Sitznachbarin Nurul. Die Arbeit mit den Tablet-PCs findet sie spannender als Aufgabenblätter, die seien manchmal langweilig. Auch das Tippen kommt bei den Schülern besser an als das Schreiben mit dem Stift: Julius findet, dass die Hand weniger weh tut und Schekria freut sich, dass sie nichts wegradieren muss.

Außer den Matheaufgaben können in Deutsch Rechtschreibung, Grammatik und Lesen geübt werden. Entweder es erscheint ein Bild und die Schüler müssen den richtigen Namen eintippen (Rechtschreibung) oder aus mehreren Begriffen den richtigen auswählen (Lesen). Bei den Grammatik-Aufgaben können beispielsweise Verbformen geübt werden.

Diese Arbeitsweise ermöglicht sowohl den Schülern als auch den Lehrern einen besseren Überblick, wie Kerstin Schöller erklärt: „Die Kinder bekommen direkt ein Feedback.“ Und auch sie selbst kann durch die Vernetzung der Tablets mit ihrem Laptop direkt sehen, wie die Schüler die Aufgaben bearbeitet haben, wie oft sie korrigieren mussten und wo Probleme sind. Die kann sie dann zeitnah und individuell besprechen. „Das ist ein Riesenvorteil“, findet die Lehrerin, stellt aber auch gleich klar, dass dies den traditionellen Unterricht nicht ersetzen kann. Das Schreiben habe einen hohen Stellenwert, aber Tablet-PCs gehörten zum Leben der Kinder dazu – Kerstin Schöller möchte ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten vermitteln.

Projekt ist „pädagogisch sinnvoll“

Am Freitag endet das Projekt, von dem Schüler und Lehrer begeistert sind. Ohne die Zusammenarbeit mit der Stadt wäre es aber nicht möglich gewesen, wie Schulleiterin Verena Hartmann sagt, denn für die Arbeit mit den Tablets wurde extra eine zweite Internetleitung eingerichtet, damit alle Kinder gleichzeitig arbeiten können. Die Stadt hält das Projekt für sinnvoll, erklärt Andreas Wellmann. Gemeinsam mit der Regenbogenschule soll nun nach einer Lösung gesucht werden, wie die Arbeit mit den Tablets weiterhin realisiert kann.

 
 

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